IG Metall: Pneumatik-Hersteller Aventics will Jobs streichen

Das Logo der IG Metall hängt über der Bühne beim ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild
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27. Februar 2020 - 15:21 Uhr

Der Pneumatik-Hersteller Aventics in Laatzen will nach Informationen der IG Metall fast die Hälfte der Jobs streichen. Wie die Gewerkschaft am Donnerstag mitteilte, soll das Management an dem Standort südlich von Hannover einen "massiven Stellenabbau" planen. Dies sei bei einer Versammlung der Mitarbeiter angekündigt worden. Aventics äußerte sich zunächst nicht dazu.

Die IG Metall sprach von 250 Arbeitsplätzen, die bis Ende September 2022 auslaufen sollten. Sie sei über die Pläne informiert - ebenso wie der Betriebsrat. Der Chef der Belegschaftsvertretung, Michael Brozy, kritisierte, die Entscheidung sei "nicht nur menschlich falsch, sondern auch wirtschaftlich". Zurzeit seien bei der Aventics GmbH in Laatzen 560 Menschen beschäftigt. Die Kürzungen erstreckten sich unter anderem auf die Verwaltung, Entwicklung und Fertigung.

Pneumatik-Anwendungen mit Druckluft kommen im Maschinenbau, aber auch in der Autoindustrie zum Einsatz. Nach eigenen Angaben beliefert Aventics etwa Nutzfahrzeug-Hersteller, Zugtechnik-Anbieter und die maritime Industrie. Als Grund für die Stellenstreichungen verwies das Management laut IG Metall auf strukturelle Entwicklungen.

Weite Teile der Metall- und Elektroindustrie ringen derzeit mit einer absehbar oder bereits stark veränderten Nachfrage. Digitalisierung und Elektromobilität zwingen viele Firmen zum Umsteuern, vor allem kleinere Betriebe können ihr Angebot nicht ohne Weiteres umstellen. Die Gewerkschaft verlangt von den Arbeitgebern in der laufenden Tarifrunde Zukunftskonzepte und mehr Anstrengungen für Weiterbildung.

Quelle: DPA