IG Metall: Arbeitsplätze bei Caterpillar in Kiel bedroht

Das Logo der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild
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24. Juni 2020 - 12:52 Uhr

Beim Motorenbauer Caterpillar in Kiel droht offenkundig ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen. Caterpillar solle in Kiel jährlich bis zu 19 Millionen Euro an Personalkosten einsparen, sagte die Kieler IG-Metall-Chefin Stephanie Schmoliner am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Gespräche mit der Arbeitgeberseite. Dadurch seien etwa 200 Arbeitsplätze in Gefahr und damit jeder vierte. Zunächst hatten der NDR und die "Kieler Nachrichten" entsprechend berichtetet.

"Es wurden keine Entscheidungen bezüglich möglicher Auswirkungen auf die Belegschaft getroffen", erklärte Caterpillar dem NDR. Auch die Summe, die jährlich am Kieler Standort eingespart werden soll, habe das Unternehmen nicht kommentieren wollen. "Caterpillar untersucht Maßnahmen, um die strukturellen Kosten des Geschäfts mit mittelschnellen Motoren von Caterpillar Motoren in Deutschland zu senken und die Produktion an der Nachfrage auszurichten", habe ein Sprecher gesagt.

Laut "Kieler Nachrichten" hatte Mark Kingsley, General Manager beim US-Mutterkonzern die Kieler Belegschaft bereits vor zwei Wochen in einer Video-Botschaft auf einen massiven Personalabbau vorbereitet. Schon im Januar, also vor der Corona-Krise, war für einen Teil der Beschäftigten Kurzarbeit angeordnet worden.

"Wir sehen das mit großer Besorgnis", sagte IG-Metall-Sprecherin Schmoliner zur Situation bei Caterpillar. "Aus Sicht der Gewerkschaft fehlt ein tragfähiges Zukunftskonzept." Offen sei die weitere Entwicklung am Standort: "Ist das erst der Anfang?". An diesem Freitag will die IG Metall zum Abschluss einer Aktionswoche vor dem Kieler Landeshaus auf schwieriger werdende Situationen von Betrieben hinweisen. Auch Mitarbeiter von Caterpillar würden dabei sein, sagte Schmoliner.

Quelle: DPA