"Ich wurde in einem Kofferraum wach": Britisches Model in Italien entführt, um im Darknet versteigert zu werden

07. August 2017 - 14:20 Uhr

Unter Drogen gesetzt und zum Verkauf angeboten

Das britische Model Chloé Ayling ahnte auf seiner Reise nach Mailand nichts Böses. Die 20-Jährige dachte, dass sie dort zu einem Fotoshooting eingeladen wäre. Doch das war offenbar nur ein Vorwand, um sie nach Italien zu locken. Bei dem angeblichen Fototermin am nächsten Tag wurde das Model plötzlich von zwei Männern betäubt. Als die Frau wieder zu sich kam, lag sie gefesselt in einer Tasche im Kofferraum eines Autos.

Zwei Männer lockten sie unter einem Vorwand in ein Haus

A vehicle, which police say was purchased in Poland and used in the kidnapping of a British model, is seen in this August 5, 2017 handout picture provided by the Italian Police in Milan, Italy. Polizia Di Stato/Handout via REUTERS   ATTENTION EDITORS
Die Männer transportierten die entführte Frau in einem Koffer in ihrem Kofferraum.
© REUTERS, HANDOUT, MR/JKP/DN

Kriminelle haben ein britisches Model in Italien entführt, um es im Internet zu versteigern. Die 20-Jährige sei unter Drogen gesetzt und auf brutale Weise eine Woche lang festgehalten worden, um sie dann im sogenannten Darknet für das beste Angebot zu verkaufen, teilte die italienische Polizei mit.

Ein 30-Jähriger Pole, der in Großbritannien lebt, sei festgenommen worden. Ihm wird Kidnapping vorgeworfen. Die Britin sei am 10. Juli nach Mailand gekommen und unter dem Vorwand eines Fotoshootings zu einem Haus geführt worden, so die Polizei. Dort sei sie von zwei Männern angegriffen und überwältigt worden.

20-Jährige wurde sieben Tage lang festgehalten

Die Männer hätten die Frau in einen Koffer gesteckt und im Kofferraum vier Stunden in die Nähe von Turin gefahren. In einem Haus sei sie dann in einer Bettschublade gefangen gehalten worden. Am 17. Juli wurde die Frau befreit. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge hatte der 30-Jährige sein Opfer freigelassen und zum britischen Konsulat gebracht. Angeblich soll ein Grund gewesen sein, dass die Frau ein Kind hat.

Offenbar sollte sie online "versteigert" werden, um mit ihr Aufnahmen für Porno-Webseiten zu machen. Laut Polizei sei aber niemand auf das Angebot eingengangen. Die Ermittler halten es zudem für möglich, dass der Verdächtige die Versteigerung lediglich als Druckmittel nutzen wollte: Zugleich sei nämlich versucht worden, vom Agenten des Models 300.000 Dollar, umgerechnet etwa 255.000 Euro, zu erpressen.

Die Polizei teilte mit, dass der Verdächtige die Tat gestanden habe. Nach seinem Komplizen werde weiter gefahndet.