Ex-FPÖ-Chf Heinz-Christian Straches stolperte über Ibiza-Video

Ibiza-Video-Affäre - Österreichisches Bundeskriminalamt sucht nach dem Lockvogel

Lockvogel

27. Mai 2020 - 15:55 Uhr

Fotos von junger Frau veröffentlicht

Es war ein aufsehenerregender Fall, weit über die Grenzen unseres Nachbarlandes hinaus. Die Korruptions-Affäre um Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor einem Jahr. Jetzt hat das österreichische Bundeskriminalamt bei den Ermittlungen zum Ibiza-Video Fahndungsfotos veröffentlicht. Damit wollen die Ermittler den Lockvogel finden, der sich als russische Oligarchen-Nichte ausgab. Zu sehen ist eine junge Frau mit langen Haaren, schmalem Gesicht und spitzer Nase.

Österreichisches Bundeskriminalamt legt Bericht vor

Ibizalockvogel
Mit diesen Bildern sucht das Österreichisches Bundeskriminalamt nach dem Lockvogel aus dem Ibiza-Video

Aufgenommen wurde das Video im Sommer 2017 auf Ibiza, Strache war damals schon FPÖ-Chef. Im Gespräch mit der vermeintlichen Oligarchen-Nichte mit dem Aliasnamen Alyona Makarov zeigte er sich offen für verschiedene Geschäfte, etwa den Einstieg der vermeintlich reichen Russin bei der "Kronen Zeitung" mit einer anschließenden positiven Berichterstattung über seine Partei.

Einen Tag nach der Veröffentlichung trat Strache als Parteichef und Vizekanzler zurück. Die rechtskonservative Regierung zerbrach, Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rief Neuwahlen aus. Seit Januar wird die Alpenrepublik nun von der konservativen ÖVP und den Grünen regiert.

"In den letzten 365 Tagen wurden 139 Anlassberichte über die Zwischenergebnisse erfasst, 55 Hausdurchsuchungen, zehn freiwillige Nachschauen und 259 förmliche Vernehmungen geführt", teilte das Bundeskriminalamt zu den Ermittlungen mit. "Im Zuge der Ermittlungen gelang es unter anderem, sowohl das sogenannte «Ibiza-Video» (in der Länge von 12 Stunden, 32 Minuten, 38 Sekunden) als auch Equipment und Audiodaten (in der Länge von 8 Stunden, 14 Minuten, 3 Sekunden) sicherzustellen."

Die Veröffentlichung des Ermittlungsstandes erfolgt unmittelbar vor Beginn eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Ibiza-Affäre, in deren Rahmen in Österreich mutmaßliches Postengeschacher während der ÖVP-FPÖ-Regierungszeit in den Fokus gerückt ist. Strache ist für den Auftakt am Donnerstag geladen.

Was wusste Böhmermann?

Sein "Schmähgedicht" könnte Jan Böhmermann teuer zu stehen kommen
Jan Böhmermann.
© ZDF/Ben Knabe

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Videos war seinerzeit auch eine mögliche Beteiligung von Jan Böhmermann spekuliert worden. Der Satiriker und Moderator verweigert aber Auskünfte darüber. "Das wird wahrscheinlich nie geklärt werden", sagte er seinerzeit.

Sicher ist nur, dass Böhmermann das Video bereits vor der Veröffentlichung kannte.