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IAEA-Bericht: Uran verdreifacht Uran-Kapazitäten

IAEA-Bericht: Uran verdreifacht Uran-Kapazitäten

Iran treibt Urananreicherung voran
Laut einem Bericht der Internationale Atomenergiebehörde treibt der Iran seine Urananreicherung deutlich voran.
dpa, Abedin Taherkenareh

Westerwelle zeigt sich besorgt

Trotz der zunehmenden Spannungen mit dem Westen lenkt der Iran nicht ein, sondern forciert UN-Angaben zufolge sein umstrittenes Atomprogramm sogar noch. Die Uran-Anreicherung sei deutlich ausgebaut worden, heißt es in einem Bericht der UN-Atomenergiebehörde IAEA.

"Die Behörde hat weiter ernsthafte Sorgen wegen der möglichen militärischen Dimensionen des iranischen Atomprogramms." So habe die Islamische Republik in den vergangenen zwei Jahren fast 110 Kilogramm Uran auf einen Anreicherungsgrad von 20 Prozent gebracht. Westlichen Experten zufolge reichen rund 250 Kilogramm als Basis für Atomwaffen aus.

Inmitten militärischer Drohungen fachten die Erkenntnisse der Inspektoren Befürchtungen des Westens an, dass der Iran unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung Nuklearwaffen entwickelt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich "sehr besorgt": Der Iran habe die Pflicht, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, sagte der FDP-Politiker in Tunis.

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin warnte dagegen, die Sorgen vor einer atomaren Bewaffnung würden von einigen Ländern als Vorwand für einen Regimewechsel in Teheran genutzt. Öl-Händler fürchteten eine Eskalation des Konflikts: Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg auf ein Neun-Monats-Hoch.

Hälfte einer Atombombe bereits angereichert?

Vor allem auf einem Gelände nahe der zentralen Stadt Natans und in der unterirdischen Anlage Fordow sollen iranische Wissenschaftler die Arbeiten entscheidend vorangetrieben haben. In Natans seien nach 37 im November nun 52 sogenannte Kaskaden mit je 170 Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb. In Fordow würden knapp 700 Zentrifugen Uran auf 20 Prozent anreichern, heißt es in dem Bericht. Experten würden Vorbereitungen treffen, um weitere Zentrifugen in Betrieb zu nehmen. In Fordow treibt der Iran sein Atomprogramm Schätzungen zufolge rund 80 Meter unter Tage und damit deutlich besser geschützt als in einer herkömmlichen Anlage voran.

Für eine Bombe ist auf 90 Prozent angereichertes Uran notwendig. Westliche Experten gehen jedoch davon aus, dass bereits bei einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent der größte Teil der Arbeit erledigt ist. Angereichertes Uran kann zivilen Zwecken dienen, ist aber auch für den Bau einer Atombombe notwendig. Der Iran will das Material nach eigenen Angaben für die Forschung verwenden - was ihm viele Länder nicht abnehmen. Erst vor wenigen Tagen hatten IAEA-Inspektoren Gespräche in dem Land für gescheitert erklärt.

Der Streit über das Atomprogramm hatte sich jüngst verschärft. Die Europäischen Union hat ein Öl-Embargo verhängt und will die Islamische Republik mit dem Ausfall der lukrativen Einnahmen zum Einlenken zwingen. Der Iran hat seinerseits damit gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren, eine der weltweit wichtigsten Handelswege. Die US-Marine ist mit einem Verband in der Region und hat ankündigt, die Wasserstraße offen zu halten. Israel, dem der Iran regelmäßig mit Vernichtung droht, spekulierte zuletzt offen über einen präventiven Militärschlag gegen verdächtige Nuklearanlagen in dem Land.