IAB-Studie: Brexit betrifft 90 000 Arbeitsplätze in NRW

07. Januar 2020 - 13:10 Uhr

Rund 90.000 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen sind von Exporten nach Großbritannien abhängig. Bundesweit sind sogar 460.000 Stellen damit verbunden. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Großbritannien will Ende Januar aus der EU austreten. "Die Auswirkungen auf die Beschäftigung dürften sich jedoch in engen Grenzen halten", betonte IAB-Forschungsbereichsleiter Enzo Weber. Der Brexit reduziere die Exporte nicht auf null und könne auch neue Handelschancen für deutsche Betriebe ermöglichen.

Deutschland exportierte 2018 Waren und Dienstleistungen für 109 Milliarden Euro nach Großbritannien, die Importe beliefen sich 63 Milliarden. Neben der Autoindustrie exportieren vor allem Maschinenbauer, Chemie- und Pharmaindustrie viel in das Vereinigte Königreich.

Bundesweit hängt der Studie zufolge gut jeder Hundertste Arbeitsplatz am Export nach Großbritannien. In Bayern sind gut 80.000 und in Baden-Württemberg 70.000 betroffen. Diese Zahlen - auch die für NRW - dürften aber nicht mit potenziellen Verlusten von Arbeitsplätzen gleichgesetzt werden, erklärten die Arbeitsmarktforscher.

Nach einem Brexit Ende Januar bliebe Großbritannien noch ein Jahr, bei Verlängerung sogar noch bis zu drei Jahre lang Mitglied des Binnenmarkts und der Zollunion. In dieser Übergangszeit wollen beide Seiten einen Freihandels- und Partnerschaftsvertrag aushandeln.

Quelle: DPA