Auch Berliner Schüler René klagt über Alltag in Corona-Zeiten

Hygienestandards an Schulen - RTL-Reporterin Tanja Bülter: "Absoluter Supergau"

02. Dezember 2020 - 13:17 Uhr

"Niemand hat die Lage an der Schule im Griff"

Jeder muss eine Maske tragen, 1,5 Meter Abstand halten und auf die Toilette darf maximal nur eine Person- diese Regeln gelten seit der Wiedereröffnung an einem Oberstufen-Zentrum in Berlin. Klingt in der Theorie eigentlich nach klaren Regeln, aber in der Praxis sieht es dann doch anders aus. Wie genau, verrät der 19-jährige Schüler René im Video.

"Schulöffnungen sind doch kein Wettbewerb!"

Schulalltag während Corona
Tanja Bülter und ihre Kinder während dem Homeschooling
© Instagram, Tanja Bülter

Auch RTL-Reporterin Tanja Bülter hat sich an der Schule ihrer Kinder umgesehen. Sie ist entsetzt. Es gibt weder Seife, noch Handtücher, geschweige denn Desinfektionsmittel. "Ich habe selbst Desinfektionsmittel in die Schule getragen, weil das versprochene Desinfektionsmittel vom Senat hier nie angekommen ist. Genauso wie alle anderen Mittel. Das ist echt ein Skandal.", sagt die zweifache Mutter.

Auch der Putzdienst sei auf die derzeitige Lage nicht vorbereitet. "Ich verstehe nicht, dass die Regierung beschließt die Schulen zu öffnen, aber sie rüstet die Schulen nicht dafür aus. Das kann nicht sein. Es ist doch kein Wettbewerb, wer die Schulen zuerst öffnet."

Brandbrief an Berliner Senat

In einem Instagram-Posting wendet sich Tanja Bülter nun verärgert an die Politik. "Lieber Senat, ich bin fassungslos. Wie kann man Schritt für Schritt die Schulen öffnen, sie aber gar nicht ausstatten?", beginnt sie ihren Post. "Angeblich sollten schon seit langem all diese Vorsichtmaßnahmen getroffen werden. Doch nichts ist passiert! Das ist in meinen Augen unverantwortlich. Und ich möchte gern wissen, ob leeren Worten hier endlich Taten folgen???".

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Gefahren für die Gesundheit der Kinder und Lehrer

Gefahr für kleine Kinder
Handtuchrollen statt Papiertücher an Berliner Schule
© RTL

Tanja Bülter hat an der Schule ihrer Kinder auch mit den Lehrern gesprochen. "Die sind wirklich besorgt. Die möchten eigentlich gar nicht hier hin kommen.", verrät sie im Interview. Den Schulen fehlen demnach vorallem die finanziellen Mittel, um sich mit entsprechenden Hygienemitteln auszustatten und ausreichend vor dem Virus zu schützen. Schon an Kleinigkeiten mangelt es, wie zum Beispiel Papierhandtüchern. Diese gibt es den Angaben zufolge nicht. Stattdessen müssen die Kinder Handtuchrollen verwenden, um ihre Hände zu trocknen.

Für Tanja birgt das besonders große Risiken. "Die kleinen Kinder, zu denen gehört auch meine Tochter, die in der ersten Klasse ist, haben teilweise gar nicht die Kraft, diese runterzuziehen. Es heißt, es besteht die Gefahr, dass sich mehrere Kinder mit dem gleichen Abschnitt abtrocknen. In Corona-Zeiten ist das ein absoluter Supergau." Die Mutter hat Angst um die Gesundheit ihrer Kinder und hofft mit ihrem Posting die Regierung wachzurütteln. "Wenn die Senatsverwaltung und die Regierung die Schulen vernünftig ausstatten, bin ich absolut dafür die Schulen zu öffnen - aber nur dann!", sagt sie abschließend.

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