Hygiene-Experte zuversichtlich

"Haben und kriegen keine zweite Welle, wenn..."

28. Oktober 2020 - 10:26 Uhr

Mehr Tests bedeuten mehr gemeldete Neuinfektionen

Für viele Experten hat die zweite Welle bereits begonnen. Der Inzidenzwert der letzten sieben Tage ist laut Robert Koch-Institut deutschlandweit mittlerweile auf über 90 Fälle pro 100.000 Einwohner gestiegen. Der bisherige Höchstwert an gemeldeten Neuinfektionen liegt bei fast 15.000 und damit deutlich über den rund 6.000 gemeldeten Neuansteckungen Anfang April, dem Höchstwert des Frühjahrs. Aber diese Zahlen könne man nicht miteinander verglichen, findet der Facharzt für Hygiene, Professor Klaus-Dieter Zastrow. Denn jetzt würde deutlich mehr getestet als damals.

"Eigentlich müsste man, wenn man wirklich den Vergleich zum April herstellen wollte, die Zahlen, die wir jetzt haben durch fünf teilen und dann sind wir bei zweieinhalb tausend. Also ich sehe das noch nicht so dramatisch", so Zastrow. Entscheidend seien ohnehin nicht die Zahlen der Neuinfizierten, sondern die der schwer Erkrankten und diese seien vergleichsweise niedrig.

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Zastrow sicher: Wenn Regeln befolgt werden, droht keine zweite Welle

Zastrow zeigt sich relativ optimistisch, dass wir uns nicht in der zweiten Welle befinden und er sieht auch keine zweite Welle auf uns zukommen. Aber nur unter der Voraussetzung, dass die Menschen sich an die Regeln halten: Händedesinfektion, Mund-Nase-Schutz, Mindestabstand. In der kalten Jahreszeit käme auch noch Lüften dazu. Wenn diese Schutzmaßnahmen konsequent umgesetzt würden, könne man die Lage unter Kontrolle halten, im Sommer genauso wie im Winter. Denn die Quelle bei der Übetragung des Covid-19-Virus bleibe der Nasen-Rachen-Raum, sagt Zastrow. Und diese Quelle bleibe immer die gleiche, auch bei minus zehn Grad und Schneegestöber.

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