Hurrikan 'Irene': Angst vor riesiger Flutwelle

09. Februar 2016 - 15:27 Uhr

Monstersturm hat die US-Ostküste erreicht

Peitschende See, überflutete Straßenzüge und Hunderttausende ohne Strom: Mit Urgewalt tobt Hurrikan 'Irene' über der US-Ostküste - und gibt New York einen Vorgeschmack, was wohl über die Stadt hereinbricht. Die Millionenmetropole hält den Atem an.

Wirbelsturm 'Irene' hat die US-Ostküste erreicht
Wirbelsturm 'Irene' hat die US-Ostküste erreicht. Schon jetzt sind tausende Menschen ohne Strom.
© REUTERS, MOLLY RILEY

Mit Sturzfluten vom Himmel und schweren Böen fegt der gigantische Hurrikan 'Irene' über die US-Ostküste und lehrt New York das Fürchten. Der Wirbelsturm der Kategorie 1 wird in der Millionenmetropole erwartet, wo die Behörden mit Überflutungen rechnen. Es herrschte in der "Stadt, die niemals schläft" gespenstische Ruhe, Supermarktregale

waren von Hamsterkäufen der Menschen vielerorts leergeräumt.

An der gesamten Atlantikküste erwarten die Behörden massive Folgen für Millionen von Menschen. So seien "erhebliche Stromausfälle" zu befürchten, sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano. 'Irene' bleibe nach wie vor "ein großer und gefährlicher Sturm". Das Ausmaß der Schäden werde wohl erst nach und nach deutlich.

Im Bundesstaat North Carolina, wo das Auge des gigantischen Sturms am Samstagmorgen bei Cape Lookout auf Land getroffen war, riss der Sturm nach den Worten von Gouverneurin Beverly Perdue mindestens einen Menschen in den Tod. CNN sprach von mindestens vier Todesopfern. Bei hunderttausenden Menschen fiel der Strom aus.

An der Küste des Staates überfluteten massive Regenfälle und Sturmfluten zahllose Straßenzüge. Sturmböen rissen Schilder los, zerfetzten Fahnen sowie Überlandleitungen und knickten Strommasten um. Zehntausende Menschen hatten sich zuvor im Landesinneren in Sicherheit gebracht. Dem US-Fernsehsender ABC zufolge wurden landesweit mehr als 24.000 Flüge gestrichen.

Obama: "Historischer Hurrikan"

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von einem "lebensbedrohlichen Sturm". Neben der Millionenmetropole wird der Hurrikan auch in US-Großstädten wie Baltimore, Philadelphia und Washington D.C. zu spüren sein. In der US-Hauptstadt gingen am erste kräftige Regenfälle nieder. Dort und in mindestens zehn Bundesstaaten war zuvor vorsorglich der Notstand ausgerufen worden. Nach Angaben des US-Senders CNN sind von 'Irene' rund 65 Millionen Menschen betroffen - das ist rund ein Fünftel der gesamten US-Bevölkerung.

Nach Angaben des Roten Kreuzes haben bislang alleine in deren Notunterkünften 13.000 Menschen Zuflucht gesucht, sagte eine Sprecherin.

New Yorks Bürgermeister Bloomberg hatte am Freitag zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Evakuierung tiefliegender Gegenden der Stadt angeordnet. Davon sind nach jüngsten Angaben über 370.000 Menschen betroffen. Manche U-Bahn-Stationen und Straßen selbst in Manhattan waren am Samstag menschenleer. Gegen Mittag wurde vorsichtshalber der öffentliche Nahverkehr eingestellt, weil eine Überflutung der U-Bahn-Schächte und Tunnels befürchtet wurde.

An der Wall Street hatten die Mitarbeiter der New York Stock Exchange an ein paar Stellen Sandsäcke gestapelt, um etwaige Wassermassen von den Eingängen fernzuhalten. Nach bisherigem Stand soll die Börse aber am Montag wieder normal öffnen.

US-Präsident Barack Obama und seine Familie brachen ihren Sommerurlaub auf der Prominenteninsel Martha's Vineyard (US-Staat Massachusetts) ab. Obama sprach von einem voraussichtlich "historischen Hurrikan". 'Irene' werde wahrscheinlich "extrem gefährlich und kostspielig." Zugleich lobte Obama die Einsatzkräfte: "Ihr macht einen prima Job".