Hurrikan „Dorian“ flutete ihre Käfige

Hunde und Katzen ertrinken in Tierheim auf den Bahamas

10. September 2019 - 15:25 Uhr

Mitarbeiter versuchten verzweifelt, die Tiere zu retten

Hurrikan "Dorian" hat auf den Bahamas eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Auch das Tierheim der Organisation "Humane Society of Grand Bahama" in Freeport wurde hart getroffen. Als der Sturm die Insel traf, waren in dem Gebäude rund 190 Hunde und 85 Katzen untergebracht, wie der Sender "CNN" berichtete. Der Sturm brachte heftige Fluten mit sich und überschwemmte das Tierheim. Im Video erzählen die Mitarbeiter, wie sie um das Leben der Tiere kämpften, aber viele haben nicht überlebt.

In den Notunterkünften waren Haustiere nicht erlaubt

90 Hunde und sieben Katzen ertranken in den Wassermassen, die "Dorian" mit sich brachte. Elizabeth Burrows, die Geschäftsführerin des Tierheims, dachte eigentlich, das Gebäude wäre sicher. Viele Anwohner hatten vor der Evakuierung ihre Tiere in dem Heim abgegeben, denn Haustiere waren in den Notunterkünften nicht erlaubt.

Niemand konnte damit rechnen, wie viel Wasser der Hurrikan mit sich bringen würde. Der Wirbelsturm bewegte sich nur langsam und blieb ungewöhnlich lange über den Bahamas hängen. Er brachte heftigen Regen und Sturmfluten mit sich. Auch in dem Tierheim fing das Wasser an, zu steigen.

Hurrikan brachte auch die Mitarbeiter in Lebensgefahr

Die Mitarbeiter versuchten noch, so viele Tiere wie möglich, in Sicherheit zu bringen und die Käfige zu erhöhen, irgendwann mussten sie sich dann aber selbst in Sicherheit bringen, um in den Fluten nicht zu ertrinken. Durch ein Loch in der Decke retteten sich die Tierpfleger gerade noch rechtzeitig auf den Dachboden des Gebäudes.

Die Leiterin des Tierheims, Felicia Telfort, war an dem schrecklichen Tag dabei. Im Interview mit "CNN" erzählte sie, wie schrecklich es war, auf dem Dachboden ausharren zu müssen, während unten die Tiere verzweifelt jaulten, weil das Wasser immer weiter stieg. Irgendwann seien die Tiere dann verstummt.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

75 Hunde und 50 Katzen überlebten das Unglück

Die Stille war aber für die Mitarbeiter fast noch schwerer zu ertragen, denn sie bedeutete, dass viele Tiere ertrunken waren. Später starben noch weitere. Nur 75 Hunde und 50 Katzen hätten das Unglück überlebt, so die Organisation. Die Mitarbeiter sind am Boden zerstört, wie im Video zu sehen ist, und versuchen nun, das Tierheim mit Spenden wieder aufzubauen.

Auch eine Woche, nachdem der Wirbelsturm die Bahamas traf, ist das ganze Ausmaß der Katastrophe noch nicht klar. Bisher haben die Behörden 50 Todesopfer bestätigt. Unter den Trümmern werden aber weitere Leichen befürchtet. Viele Menschen werden noch vermisst. Helfer können nur nach und nach in die betroffenen Gebiete vorrücken.