Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas

Tagelanges Bangen nach Hurrikan: Mutter schließt vermissten Sohn wieder in die Arme

06. September 2019 - 10:38 Uhr

Bahamas: Dutzende Familien getrennt

Trümmer, Leid und Zerstörung – das hinterlässt Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas. Es habe noch nie eine vergleichbare Verwüstung gegeben, berichten Bewohner. In der Hauptstadt Nassau musste eine Mutter tagelang um das Leben ihres vermissten Sohnes und ihrer Mutter bangen. Doch dann die große Erleichterung: Beide leben! Die emotionale Familienzusammenführung zeigen wir im Video.

Regierung bestätigt bislang 20 Todesopfer

"Es war überwältigend. Ich konnte nicht schlafen. Es war verrückt, nichts von ihnen zu hören. Nicht zu wissen, ob es ihnen gut geht. Meine Eltern haben alles verloren. Aber Hauptsache sie leben", erzählt die Frau am RTL-Mikro. Im staatlichen Rundfunk und in sozialen Medien meldeten sich zahlreiche Bewohner, die Angehörige vermissten. In weiten Teilen der Inseln war der Mobilfunk gestört.

"Dorian" ist der schlimmste Hurrikan, den die Bahamas je erlebt haben. 20 Todesopfer hat die Regierung bislang bestätigt. Unter ihnen ist die Frau von Howard Armstrong. Der Krabbenfischer musste mit ansehen, wie sie ertrank. Die Zahl der Todesopfer könnte aber noch bedeutend steigen. Nach Einschätzungen von RTL-Reporter Dominik Maur vor Ort wird es noch Wochen bis Monate dauern, bis klar ist, wie viele Menschen bei dem schweren Unglück ums Leben gekommen sind.

USA bereitet sich auf "Dorian" vor

Am Mittwoch zog "Dorian" weiter in Richtung Südostküste der USA - zunächst deutlich abgeschwächt als Hurrikan der Kategorie zwei. Der US-Bundesstaat Florida kam noch mit einem blauen Auge davon: Bisher brachte "Dorian" nur heftigen Wind und Regen. Anders als ursprünglich befürchtet, traf der Sturm die US-Küste aber nicht direkt. Ihr Hab und Gut brachten trotzdem viele Bewohner in Sicherheit. So wie Familie Eldridge aus Jacksonville, die ihren Smart in der Küche parkte.

Am Donnerstag oder Freitag könnte "Dorian" nach Ansicht der Meteorologen in North oder South Carolina auf Land treffen – dann wieder mit deutlich stärkerer Kraft. Für die beiden Küstenstaaten warnten die Experten vor "lebensbedrohlichen Sturmfluten und gefährlichen Winden". In den betroffenen Gebieten wurde vorsorglich der Notstand verhängt.

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