Hungriger Anthony Joshua mit viel Respekt vor Carlos Takam

28. Oktober 2017 - 19:04 Uhr

Pressekonferenz ohne große Töne

Mit viel gegenseitigem Respekt und ohne große Töne haben IBF-, WBA- und IBO-Weltmeister Anthony Joshua und sein Pflichtherausforderer Carlos Takam zwei Tage vor ihrem WM-Kampf die obligatorische Pressekonferenz absolviert. Im Theatersaal des National Museums von Cardiff betonte zunächst der 28-jährige britische Superstar im Schwergewicht, er betrachte es als große Ehre, die Titel zu verteidigen.

Joshua sucht keine Ausreden

"Ich bin sehr, sehr hungrig – trotz all der Gürtel, die ich bereits habe. Und es ist mir ganz wichtig, dass ich mit beiden Füßen auf dem Boden bleibe und nicht abhebe, weil ich jetzt Weltmeister bin. Takam ist ein sehr gefährlicher, ein schwer zu schlagender Gegner", sagte Joshua und zeigte viel Respekt für seinen Gegner.

Die kurzfristige Absage von Kubrat Pulev will der Titelverteidiger nicht als Ausrede gelten lassen. "Auch wenn ich eigentlich auf Pulev vorbereitet war, spielt der Stil des neuen Gegners keine besondere Rolle. Mein Trainer und ich richten uns in der Vorbereitung nie auf die anderen aus, sondern stets auf mich und meine Fähigkeiten, mit jeder Situation fertig zu werden." Als Joshua dann auf Wladimir Klitschko angesprochen wurde, den er am 28. April in einem spektakulären Schwergewichtskampf durch Technischen K.o. besiegt hatte, stellte er nur kurz klar: "Irgendwann muss man die Klitschko-Sache auch beiseitelegen. Das war gestern und jetzt ist jetzt."

Takam: "Will der mich veräppeln?"

Takam, der nach der Verletzung des ursprünglichen Herausforderers Pulev ganz kurzfristig verpflichtet wurde, gab sich bei dem Medienspektakel sehr zurückhaltend und wortkarg: "Ich bin bereit, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und zu gewinnen", so der 36-jährige Franzose kamerunischer Herkunft. "Natürlich verändert dieser Kampf mein sportliches Leben, nicht aber mein privates Leben."

Im RTL-Interview verriet er später, wie er von seiner überraschenden WM-Chance erfahren habe: "Ich war gerade zu Hause, als ich eine Textnachricht von einem Freund erhielt. Darin schrieb er mir, er würde wie alle Freunde hinter mir stehen im Kampf gegen Anthony Joshua. Ich dachte nur: Will der mich veräppeln?" Da er ohnehin mitten in der Vorbereitung auf einen Kampf im November gewesen sei, habe er sich schnell umgestellt. "Das ist kein Problem! Meinen Kampfplan werde ich aber schön für mich behalten und dann am Samstag auspacken. Nur so viel: Ich gehe da raus, um zu gewinnen."

Promoter Eddie Hearn teilte mit, dass das am Samstagabend überdachte Principality Stadium mit 78.000 Zuschauern ausverkauft sei. Damit ist die auch in den Vorkämpfen hochkarätig besetzte Veranstaltung das größte Indoor-Boxevent aller Zeiten. Als Ringsprecher wurde Michael Buffer aus Los Angeles eingeflogen. Der Kampf wird in über 160 Ländern weltweit übertragen. In Deutschland zeigt RTL den Kampf unter dem Motto "KlitschK.O.s Erbe" live ab 23.05 Uhr (oder online im RTL-Live-Stream bei TVNOW.de und in der TVNOW App).