Hungerstreik: Klimaaktivisten kritisieren Kanzlerkandidaten

Ein Camp von Hungerstreikenden ist im Regierungsviertel aufgebaut. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
Ein Camp von Hungerstreikenden ist im Regierungsviertel aufgebaut. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
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23. September 2021 - 18:09 Uhr

Berlin (dpa) - Nach dem Ende ihres Hungerstreiks haben Klimaaktivisten in Berlin scharfe Kritik an den Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen geäußert. Diese hätten sich nicht zum Gespräch bereit gefunden, obwohl junge Menschen hungernd ihr Leben aufs Spiel gesetzt hätten, erklärten die Aktivisten am Donnerstag in Berlin. Die "Ignoranz der Verantwortlichen (hat) ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr zu übertreffen ist", sagte der 27-jährige Jacob Heinze. Wichtig seien nun Widerstand und sozialer Ungehorsam.

Eine Gruppe junger Erwachsener hatte am 30. August in der Nähe des Reichstagsgebäudes in Berlin einen Hungerstreik für eine radikale Klimawende begonnen. Damit wollten sie unter anderem ein öffentliches Gespräch mit den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU/CSU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) am Donnerstagabend erreichen.

Da es von den Politikern keine Zusage dafür gab, brachen fast alle Teilnehmer den Hungerstreik ab und protestierten am Donnerstag in ihrem Lager am Spreebogen mit leeren Stühlen gegen die Abwesenheit der Kandidaten. Zwei Aktivisten wollen den Hungerstreik aber nach eigenen Angaben fortsetzen und verschärfen, indem sie auch Flüssigkeit verweigern.

Der 22-jährige Simon Helmstedt, der nach 23 Tagen Fasten seit Dienstagabend wieder Nahrung zu sich nimmt, zog eine bittere Bilanz. "Ich war noch nie so wirksam und so wirkungslos zugleich", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sei viel über die Aktion berichtet worden. "Und gleichzeitig fühlst du dich sehr machtlos, wenn du in diese Gleichgültigkeit blickst von den Politiker:innen, die absolut nichts zu tun bereit sind."

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Quelle: DPA