Hunderte Tote nach Erdbeben im Iran befürchtet

10. Februar 2016 - 22:15 Uhr

"Schwerstes Erdbeben im Iran seit 40 Jahren"

In der Grenzregion zwischen Iran und Pakistan hat es ein heftiges Erdbeben gegeben. Die Behörden befürchten hunderte Tote. Es sei mit einer Opferzahl in dieser Größenordnung zu rechnen, hieß es. Der iranische Sender Press TV berichtete zunächst von mindestens 40 Toten. "Es handelt sich um das schwerste Erdbeben im Iran seit 40 Jahren", sagte ein Regierungsvertreter. Die Region ist vergleichsweise dünn besiedelt.

Erdbeben Iran Tote Dubai
Auch in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) wurden die Büros evakuiert.
© REUTERS, JUMANA EL HELOUEH

Die Meldungen sind widersprüchlich: Dem Katastrophenschutz des Landes liegen bislang keine Informationen über Todesopfer vor. "Das Epizentrum des Bebens lag in der Wüste und es befinden sind keine größeren Siedlungen in der Nähe", sagte ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Isna. In den Städten in unmittelbarer Umgebung habe es keine Toten gegeben.

Den staatlichen Medien zufolge wurden die Strom- und Telefonverbindungen in den größten Teilen der Provinzen Sistan und Baluchistan unterbrochen. Der russische Erbauer des iranischen Kernkraftwerks in Buschehr, Atomstroyexport, erklärte, an der Anlage sei kein Schaden entstanden. Auf der pakistanischen Seite der Grenze wurden zunächst keine Schäden gemeldet. Die Region Baluchistan ist die am dünnsten besiedelte Provinz des Landes.

Erdstoß noch in 1.500 Kilometer Entfernung zu spüren

Der Erdstoß hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 7,8. Das Zentrum lag demnach rund 90 Kilometer von der Stadt Khash entfernt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars gab die Stärke mit 7,5 an, das Geoforschungszentrum in Potsdam mit 7,6.

Die Erschütterungen waren in der ganzen Golfregion und darüber hinaus zu spüren. Augenzeugen zufolge wackelten Gebäude in der 1.500 Kilometer entfernten indischen Hauptstadt Neu-Delhi, in Katar und Dubai. Die USGS hatte die Stärke zunächst mit 8,0 angegeben. Die Tiefe lag jüngsten Angaben zufolge bei 15,2 Kilometern.

Es handelt sich um das zweite schwere Beben in diesem Monat im Iran. Am 9. April starben 37 Menschen, als Erdstöße die Region um Buschehr trafen, 850 weitere wurden verletzt. Die Stärke wurde damals mit 6,3 angegeben. Der Reaktor wurde nach offiziellen Angaben nicht beschädigt. Die meisten iranischen Atomanlagen sind im Westen des Landes angesiedelt. Die islamische Republik wird regelmäßig von schweren Erdbeben erschüttert. Im Jahr 2003 starben 30.000 Menschen, als ein Beben der Stärke 6,6 die Region Bam traf.