Hundebesitzer missachtet Anleinpflicht: Eine Hetzjagd endet für das trächtige Reh tödlich

Mit der Mutter starben auch ihre zwei nahezu ausgebildeten Kitze

In Nordholde bei Bremen ist ein Reh von zwei nicht angeleinten Hunden zu Tode gehetzt worden. Das Reh war mit zwei nahezu völlig ausgebildeten Kitze trächtig. Eine Anwohnerin hatte die Hetzjagd mitbekommen und die Jäger alarmiert.

Dramatische Hetzjagd endet tödlich

Die Hunde eines unbekannten Halters hatten Jagd auf ein Reh genommen und verfolgten es. Das Reh war hochschwanger - hatte also wegen des dicken Bauchs und der geringen Fluchtgeschwindigkeit, keine Chance. Marina Dreier beobachtete die dramatische Hetzjagd, die leider tödlich endete. "Die Ricke wurde von zwei freilaufenden Hunden durch ein kleines, an den Sportplatz angrenzendes Waldstück gehetzt“, schildert die 60-Jährige den Vorfall, der 'Kreiszeitung'. „Die Zunge hing ihr aus dem Hals. Die Hunde waren unmittelbar hinter ihr, bellten dabei laut." Dann ging alles blitzartig. Das Reh prallte in seiner Panik gegen einen Zaun und ging zu Boden. Sofort sprangen die Verfolger auf ihren Körper, berichtet die Augenzeugin.

Anleinpflicht für Hunde wird von vielen Haltern ignoriert

Nur mit Mühe und Not und dem zwischenzeitlich eingetroffenen Hundebesitzer, ließen die beiden Mischlinge von dem Reh ab, das bereits verendet war. "Zwei Leinen hatte der Hundebesitzer sich locker um den Hals geschlungen, berichtet Dreier. Die gerufenen Jäger stellten fest, dass das Reh an einem Genickbruch starb. Der Körper war mit Bissspuren übersät. Im Bauch des toten Tieres fanden sie zwei ungeborene Kitze. Weil sie fast vollständig ausgebildet waren, wäre die Geburt nicht mehr weit weg gewesen. Die Jäger meldeten den Fall dem zuständigen Ordnungsamt, denn die Hunde müssen während den Brut- und Setzzeiten angeleint sein - eindeutig geregelt im niedersächsischen Gesetz.

Die Jäger sind verärgert: „Das hätte nicht passieren dürfen“, so Heinz Brinkmann, der Geschäftsführer der Jägerschaft Syke. „Die Hunde können nichts für das, was passiert ist. Sie sind ihrem natürlichen Jagdtrieb gefolgt." Brinkmann betont: "Es liegt eindeutig ein Fehlverhalten ihres Besitzers vor – juristisch und moralisch." Jedes Jahr wird von den Behörden, den Jägern und Naturschutzverbänden in nahezu allen Medien auf die Anleinpflicht hingewiesen. "Wirklich niemand kann sich darauf berufen, davon keine Kenntnis zu haben", fügt Brinkmann hinzu.

Verallgemeinern wollen sie die Hundebesitzer natürlich nicht. Die meisten halten sich zum Glück an die Anleinpflicht. "Wir alle sind gern in der Natur und freuen uns, wenn sie intakt ist. Und das funktioniert am besten gemeinsam."