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Hundebabys in Tierhandlung – Tierschützer protestieren

Hundebabys in Tierhandlung: Quälerei?

Ein Duisburger Tierhändler bietet ein Dutzend Hundewelpen in seiner Tierhandlung zum Kauf an. Der Händler Norbert Zajac hat extra ein Gehege für die tapsigen Vierbeiner in seinem rund 10.000 Quadratmeter großen Ladenlokal errichtet. Bislang ist das ein einmaliger Vorgang, konnte man die kleinen Hundebabys doch legal nur bei Züchtern kaufen. Mit einer Selbstverpflichtung wollte der Tierhändlerverband Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) Spontankäufe vermeiden und eine gründliche Überprüfung der Kaufinteressenten garantieren. Den Verband verließ Norbert Zajac jedoch schon lange.

Hundewelpen im 'Tier-Supermarkt'.
'Doggy-Discounter' Duisburg – Tierschützer alarmiert. © dpa, Roland Weihrauch

Tierschützer laufen Sturm gegen den 'Doggy-Discounter'. Sie befürchten, die Tiere könnten Entwicklungsschäden durch die Haltung im Laden bekommen. "Die Tiere haben es gut hier", hält der Tier-Verkäufer dagegen und verweist auf Tierboxen, die mit 35 Quadratmetern doppelt so groß seien wie gesetzlich verlangt. Außerdem biete der Laden festangestellte Tierärzte und Rund-um-die Uhr-Betreuung mit reichlich Personal. 800.000 Euro habe der 'Tier-Supermarkt' insgesamt investiert. Sein Personal befrage jeden Kunden gründlich. Spontan- oder Mitleidskäufe seien bei Preisen um die 1.000 Euro wenig wahrscheinlich. Und wenn Kunden doch mal zu schnell zugegriffen hätten, könne man den Hund innerhalb eines Monats gegen 50 Prozent des Kaufpreises zurückgeben.

Bei dem tierischen Angebot handelt es sich bisher um zwölf Langhaardackel, die für 799-899 Euro ein Frauchen oder Herrchen finden sollen. Doch Zajac sieht darin nur den Anfang: Etwa 1.000 Welpen pro Jahr über die Ladentheke zu schieben, hält der Tierhändler für durchaus realistisch.

Reaktionen sehr gemischt

Vor dem 'Tier-Supermarkt' sind die Reaktionen gemischt. "Wir haben doch alle schon genug Elend gesehen", sagte etwa Hundehalterin Kerstin Jacobs (43) in Duisburg, "hier holt niemand Hunde aus Osteuropa aus dem Kofferraum." Ulrike Samel (50) aus Hattingen iom Ruhrgebiet meint: "Manche angeblichen Züchter halten ihre Hunde auf dem Balkon - dann doch wohl besser hier". Niemand brauche weitere Hundeangebote, da mehr als genug Tiere in Heimen auf neue Besitzer warten würden, sagte einer der protestierenden Peta-Aktivisten vor der Tür des Ladens.

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