Hühnerkonzern im Visier der Staatsanwaltschaft

13. Februar 2016 - 1:34 Uhr

Der Cuxhavener Hühnerzuchtbetrieb Lohmann Tierzucht (LTZ) hat offenbar jahrelang gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sollen LTZ-Mitarbeiter zur Optimierung der Tiere im Zuchtprozess "massenweise" Kämme und Zehen von Hühnerküken amputiert haben.

Gegen die beiden LTZ-Geschäftsführer Hans-Friedrich Finck und Rudolf Preisinger ermittele die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Stade. Finck wollte sich am Samstag angesichts der laufenden Ermittlungen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa nicht zu den Vorwürfen äußern. LTZ gehört zur Firmengruppe von Erich Wesjohann, einem der weltgrößten Hühnerzuchtkonzerne, der über hundert Länder beliefert.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) kommt in einem Gutachten zum Schluss, dass für diese Verstöße keine tierärztliche Ausnahmegenehmigung vorlag. In Cuxhaven wurden dem Bericht zufolge zudem massenweise für die Zucht unbrauchbare Eintagsküken vergast. Töten ohne Grund ist laut Tierschutzgesetz jedoch ebenfalls verboten. Den Ermittlungen zufolge sind die toten Küken anschließend verbotenerweise bei der Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft im Hausmüll gelandet.