“Hart aber fair“ zur Corona-Krise

Hubertus Heil: "Man kann nicht versprechen, dass jeder Arbeitsplatz erhalten bleibt"

Frank Plasberg diskutiert mit Dagmar Schulz, (Unternehmensberaterin für Existenzgründer), Hubertus Heil (SPD Bundesminister für Arbeit und Soziales), Prof. Susanne Herold (Professorin für Infektionskrankheiten), Bettina Sieckendieck (Reiseunternehmerin) und Eva Schulte-Austum (Wirtschaftspsychologin).
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31. März 2020 - 10:07 Uhr

Darüber wurde diskutiert:

Mit insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro sollen Firmen, Soloselbstständige und Freiberufler aus Bundesmitteln unterstützt werden. Am Montagabend diskutieren die Gäste bei Frank Plasberg über die fnanziellen Mittel der Bundesregierung, ob diese Mittel ausreichen werden und ob eine totale Wirtschaftskrise abzuwenden ist.

Nicht alle Unternehmen bekommen Kredite

Unternehmensberaterin für Existenzgründer Dagmar Schulz berichtet von Kreditinstituten, welche Hilfsdarlehen verweigern und Jungunternehmer in den fnanziellen Ruin treiben. Nicht allen
Unternehmen kann demnach mit einem Kredit geholfen werden. Es sei schwer, trotz der 90-prozentigen Bürgschaft vom Bund schnelle Kredite zu bekommen.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen

• Dagmar Schulz, Unternehmensberaterin für Existenzgründer: "Es muss durchgängiger werden, dass die Banken sich nicht scheuen die 10 Prozent Risiko einzugehen. Letztendlich muss man aber auch sagen, geht das Unternehmen nicht wirtschaftlich gut aus der Krise hervor und erleidet "Schiffbruch", dann sind die 90 Prozent ein Ausfall beim Staat."


• SPD Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil: "Man kann in einer solchen
Wirtschaftskrise nicht versprechen, dass jeder Arbeitsplatz erhalten bleibt. Das ist auch eine Frage der Ehrlichkeit und Integrität, dass wir das offen sagen. Aber wir müssen um jeden
Arbeitsplatz kämpfen. Und dafür haben wir die Instrumente."

Unternehmerin Sieckendieck: "Gesundheit geht vor und steht über allem"

• Prof. Susanne Herold, Professorin für Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum Gießen: "Wir als Wissenschaftler und Kliniker beschäftigen uns rein mit den Auswirkungen dieser Infektion. Wir sind nicht die, die Politik machen. Wir beraten, aber Entscheidungen treffen andere. Natürlich sehe ich was passiert und wie Existenzen zu Grunde gehen und welche Auswirkungen das hat. Aber unsere Aufgabe ist jetzt in erster Linie Menschenleben zu retten."

• Bettina Sieckendieck, Reiseunternehmerin: "Gesundheit geht vor und steht über allem. Ich glaube, wenn wir diesen Virus im Griff haben, dass dann auch irgendwann die Menschen wieder gerne reisen, gerne in Restaurants gehen, aber sich dann sicher fühlen. Das ist meine Motivation.
Ich ziehe den Hut davor, was die Bundesregierung in historisch kurzer Zeit geleistet hat für die Unternehmen."

• Eva Schulte-Austum, Wirtschaftspsychologin: "Viele Ideen sind gut, sie sind aber nicht immer bis zu Ende gedacht. Das heißt die Absicht dahinter ist spürbar, die schafft Vertrauen, was aber schwierig ist, wenn ich den Antrag ausfüllen möchte und das System stürzt ab. Das heißt wenn wir Vertrauen stärken wollen, ist es ganz wichtig, dass wir nur das versprechen aus Sicht der
Politik, was zu halten ist."

Das Fazit

Die vierte Corona-Erklärsendung von "Hart aber fair" befasst sich mit Fragen rund um die
wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Doch wie so viele Fragen, welche die Gesellschaft
aktuell beschäftigen bleiben auch hier die meisten unbeantwortet. Zu neu ist das zuvor nicht erlebte. Wurde in den vergangen Sendungen jedoch immer wieder unterschwellig angeprangert und Vorwürfe gegen die Bundesregierung behandelt, zeigten sich in dieser Ausgabe alle Gäste positiv vom schnellen Handeln des Bundes überrascht und wohlgesonnen.

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