Fünf Gründe, warum Jim Jarmuschs Zombiefilm nicht funktioniert

Hotpants und kaffeesüchtige Zombies: „The Dead Don’t Die“

11. Juli 2019 - 9:05 Uhr

Eigentlich hätte bei diesem Film nichts schief gehen können

Ausgerechnet Jim Jarmusch, Altmeister des lakonisch-gemächlichen Erzählens, macht einen Zombiefilm, in dem die Untoten auferstehen und erstmal "Chardonnay" rufen. Klingt herrlich. Wenn dann noch Adam Driver und Bill Murray als Dorfcops Jagd auf die Widergänger machen und Selena Gomez in Hot Pants auf der Flucht ist, kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen. Stop! Kann es sehr wohl, wie unser Video zeigt.

Gut gemeint, aber nur stellenweise gut gemacht

Einen Zombiefilm zu machen, der sich nicht ganz ernst nimmt - klingt erstmal nach einer guten Idee. Und nach einer Mischung, die sowohl die Fans des Genres zufriedenstellen könnte als auch Menschen, die sich nichts aus Filmen machen, in denen sich Widergänger hüftsteif auf ihre lebendigen Snacks stürzen. Bei Jarmusch haben die Zombiejäger konsequenterweise kaum mehr Gesichtsausdruck als die Untoten selbst. Und das, obwohl der Cast vom Feinsten ist.

Neben der Dorfpolizei – Bill Murray, Adam Driver und Indie-Ikone Chloë Sevigny in einer für sie ungewohnten Rolle als schreckhaftes Reh – müssen es Stars wie Selena Gomez (darf in heißen Höschen in einen Romero-Gedächtnisschlitten steigen), Tilda Swinton, RZA, Tom Waits oder Steve Buscemi mit den Untoten aufnehmen. Jarmusch-Veteranen wie Iggy Pop und Sara Driver haben als kaffeesüchtige Zombies sichtlich Spaß.

Nach dem etwas blutarmen Vampirfilm "Only Lovers Left Alive" nun also Jim Jarmuschs Verneigung vor Meistern ihres Fachs wie George A. Romero. Doch hat "The Dead Don't Die" dem Genre leider nichts hinzuzufügen und trägt mit seiner gesellschaftskritischen Botschaft zu dick auf. Wer mit Zombiefilmen nichts anfangen kann, wird auch mit Jarmuschs Vision von der Zombieapokalypse nicht glücklich. Und wer von "Die Nacht der lebenden Toten" bis "28 Days Later" textfest ist, hat das alles schon besser gesehen.