Afghanistans Vize-Innenministerin beim RTL/n-tv Frühstart

Hosna Jalil lobt Deutschland: "Entscheidende Rolle" im Friedensprozess

14. November 2019 - 16:19 Uhr

"Friedensprozess in Afghanistan ist sehr kompliziert"

Afghanistans Vize-Innenministerin Hosna Jalil beklagt die fragile Sicherheitslage in ihrem Land. "Der Friedensprozess in Afghanistan ist sehr kompliziert", sagte sie der RTL/n-tv Redaktion. Es gebe mehr als 20 terroristische Gruppen im Land. Für die innere Sicherheit habe die Regierung eine ziemlich klare Linie: "Militäreinsätze sind die Lösung, es sei denn, es kommt zu einem Waffenstillstand."

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Afghanistan auf Hilfe angewiesen

Besonders lobte Jalil den deutschen Beitrag zum Friedensprozess. Deutschland spiele eine "entscheidende Rolle", auch um den Dialog zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban herzustellen. "Die Rolle von Deutschland ist wirklich zentral für den gesamten Friedensprozess."

Jalil betonte, dass Afghanistan auch nach dem Abzug von US-Soldaten auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sei. Sie würdigte, dass das US-Militär Afghanistan weiterhin technisch und beratend unterstützen werde. "Die Unterstützung der Luftwaffe ist eine der größten Komponenten, die wir von der internationalen Gemeinschaft und dem US-Verteidigungsministerium bekommen. Das bleibt also alles und das brauchen wir auch."

Forderung: Mehr Frauen in öffentlichen Ämtern

Zugleich betonte die stellvertretende Innenministerin, die mit 26 Jahren ihr Amt antrat, die große Herausforderung, als Frau in einem von Männern dominierten Umfeld zu arbeiten. "Ich habe die Tür nicht nur für Frauen geöffnet, sondern auch für junge Menschen, für Bürger", sagte sie. "Ich möchte ein Vorbild sein und das Bewusstsein schaffen, dass Menschen aus der Zivilgesellschaft mit meinen Kollegen aus dem Militär arbeiten können, junge Bürger, ganz unabhängig vom Geschlecht."

Jalil forderte zudem mehr Frauen in öffentlichen Ämtern ihres Landes. "Ohne Frauen in diesen Ämtern und in den nationalen Polizeibehörden, dienen wir nicht unserem Land, sondern nur den Männern. Deswegen brauchen wir auch mehr Frauen und Polizistinnen in unseren Institutionen, um wirklich unserem Land dienen zu können - in der Strafverfolgung, und der öffentlichen Ordnung und Sicherheit."