Das Ende der Messenger?

Horst Seehofer will Zwangs-Entschlüsselung für WhatsApp & Co.

13. Juni 2019 - 11:31 Uhr

Messenger sollen strenger überwacht werden

Horst Seehofer (CSU) will Messenger wie WhatsApp ,Threema oder Apples iMessages dazu zwingen, die Verschlüsselung der Nachrichten auf richterlichen Beschluss hin aufzuheben. Weigern sich die Dienste dagegen, ist für den Innenminister auch eine deutschlandweite Abschaltung denkbar.

Kriminelle agieren im Schutz der Verschlüsselung

Egal, ob aus den Bereichen Terror, organisierte Kriminalität oder Rechtsextremismus: In vielen Ermittlungsverfahren spielen Informationenen aus Chats von WhatsApp und Co. eine zentrale Rolle. Nur leider können diese selbst dann nicht mitgelesen werden, wenn der Verdacht einer Straftat besteht. Die verschlüsselten Online-Messenger sind derzeit noch eine unüberwindbare Hürde für die Sicherheitsbehörden.

Der Grund: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist so kompliziert, dass nicht einmal WhatsApp selbst einzelne Nachrichten entschlüsseln kann. Nur diejenigen, die miteinander kommunizieren, können die Nachrichten auch lesen - und das nutzen Kriminelle aus.

Datenschützer gehen auf die Barrikaden

Für die Messenger Dienste wäre eine Zwangsentschlüsselung per Gesetz fatal, denn sie müssten ihr komplettes Geschäftsmodell auf den Kopf stellen. Und auch die User müssten sich dann überlegen, ob sie die Messenger unter den Umständen dann noch nutzen wollen.

Erst vergangene Woche war diskutiert worden, inwiefern Daten aus sprachgesteuerten Assistenten wie Amazons Alexa oder Apples Siri zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden sollen. Datenschützer zeigten sich empört von diesem Laufschangriff. Und auch im Fall von WhatsApp und Co. gehen Datenschützer und Experten auf die Barrikaden und warnen das Innenministerium in einem offenen Brief. Was darin steht, erfahren Sie im Video.