Razzien in mehreren Bundesländern

Horst Seehofer verbietet rechtsextreme Gruppe „Combat 18“

Initiative zum Politiker-Schutz - Seehofer
Initiative zum Politiker-Schutz - Seehofer
© dpa, Gregor Fischer, wst fgj

23. Januar 2020 - 7:40 Uhr

„Combat 18“ verboten

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die rechtsextreme Gruppe "Combat 18" verboten. in Hessen, Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz laufen am Donnerstagmorgen Razzien. Die 18 im Namen der Gruppe steht für AH, die Initialen Adolf Hitlers. Durch das Verbot ist es ab sofort strafbar, den Schriftzug oder das Logo der Gruppierung zu verwenden.

Wohnung von Stanley R. durchsucht

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte das Verbot. Stanley R., der als wichtige Figur in der "Combat 18"-Szene gilt, wurde den Angaben zufolge von der Polizei an seinem Arbeitsplatz angetroffen. Die Ermittlernahmen ihn mit zu seiner Wohnung, die durchsucht wurde.

In Thüringen wurden nach Angaben des dortigen Landeskriminalamts zwei Objekte durchsucht: eins im Raum Erfurt, eins im Raum Eisenach. In NRW wurde laut dortigem Innenministerium ein Objekt durchsucht. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden richtet sich die Vereinigung gegen die verfassungsmäßige Ordnung, "da sie mit dem Nationalsozialismus wesensverwandt ist. Sie zählt nach ihrer Einschätzung bundesweit 20 Mitglieder.

Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation gilt als bewaffneter Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks "Blood and Honour" (Blut und Ehre). Sie hat ihren Ursprung in Großbritannien und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.