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Horst Seehofer stellt Verfassungsschutzbericht vor: Mehr Gefährder, mehr Extremisten

Mehr Extremisten in Deutschland als je zuvor
Mehr Extremisten in Deutschland als je zuvor Horst Seehofer stellt Verfassungsschutzbericht vor 01:35

Horst Seehofer im Video: "So viele islamistische Gefährder wie nie zuvor"

Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich von extremistischen Ideologien angezogen. Links, rechts oder islamistisch: Die Zahlen nehmen auf allen Seiten zu. Der Anteil derjenigen, die zur Durchsetzung ihrer Ziele auch Gewalt akzeptieren, steigt. Bei der Abschiebung islamistischer Gefährder müssten die Behörden "noch besser werden", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2017.

Islamistische Gefährder und Salafismus

Die Zahl der islamistischen Gefährder stieg von 500 Menschen im Juni 2016 auf heute rund 775. Allerdings sitzen einige von ihnen inzwischen im Gefängnis. Gefährder sind Menschen, denen die Polizei eine schwere politisch motivierte Straftat zutraut - etwa einen Terroranschlag. Als "relevant" wird eingestuft, wer innerhalb des extremistisch-terroristischen Spektrums eine Führungsrolle einnimmt, als Unterstützer gilt oder enge Kontakte zu Gefährdern pflegt.

Die Gesamtzahl der Salafisten, zu denen auch radikale Gläubige ohne terroristische Bestrebungen zählen, stieg binnen eines Jahres von 9.700 auf 10.800 Menschen an. Was dagegen stagniert, ist die Zahl der Salafisten, die in von Terroristen kontrollierte Gebieten ausreisten. Das überrascht nicht: Diese Gebiete sind durch die Vertreibung des IS etwa aus dem irakischen Mossul und der syrischen Stadt Al-Rakka deutlich geschrumpft.

Mehr Links- und Rechtsextremisten, aber weniger rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten

Insgesamt gibt es im Bericht der Verfassungsschützer mehr Schatten als Licht. Ein Lichtblick ist aber die sinkende Zahl der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten: Um 35 Prozent sank die Zahl dieser Taten mit fremdenfeindlichem Hintergrund im Jahr 2017. Das hängt auch damit zusammen, dass es heute weniger Sammelunterkünfte für Asylbewerber gibt. Diese waren in den Vorjahren häufig Ziel von Angriffen der Rechtsextremisten gewesen.

Die Zahl der Rechtsextremisten stieg von 23.100 Menschen auf 24.000, die Zahl der Neonazis um 200 auf etwa 6.000. Die Zahl der Reichsbürger stieg deutlich, wie bereits vor der Veröffentlichung des Berichts bekannt wurde. Dass die Zahl der Linksextremisten im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 29.500 Menschen zugenommen hat, hängt nach Ansicht der Experten auch mit dem Erstarken der AfD zusammen. Sie gilt vielen Linksextremen als Feindbild.

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