Innenminister tief bestürzt

Horst Seehofer: Der kaltblütige Mord "trifft uns mitten ins Herz"

30. Juli 2019 - 16:10 Uhr

Neue Details nach Mord im Frankfurter Hauptbahnhof

Der Präsident der Bundespolizei Dr. Dieter Romann und Innenminister Horst Seehofer (CSU) haben am Dienstagnachmittag neue Details über die Tat am Frankfurter Hauptbahnhof bekannt gegeben. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen anerkannten Asylbewerber aus Eritrea. Der Mann lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Schweiz.

Tatverdächtiger ICE-Schubser war polizeilich bekannt

Der Tatverdächtige war bereits polizeilich bekannt. Am 25. Juli ist er in der Schweiz durch massive Bedrohung seiner Nachbarin aufgefallen. Er soll sie zunächst gewürgt und anschließend in der Wohnung eingesperrt haben. Danach sei er geflüchtet. Der 39-Jährige war bereits aufgrund mehrfacher solcher Delikte auffällig geworden und zur Festnahme ausgeschrieben.

Erst schubste er Mutter und Kind, dann eine Rentnerin

German Interior Minister Horst Seehofer, Holger Muench, Chief Commissioner of Germany's Bundeskriminalamt (BKA) Federal Crime Office and Dieter Romann, Head of German Federal Police, attend a news conference a day after a man killed an 8-year-old boy
Innenminister Horst Seehofer hatte nach der fürchterlichen Tat seinen Urlaub unterbrochen.
© REUTERS, FABRIZIO BENSCH, AWI

Am Montag hatte er sich am Frankfurter Hauptbahnhof hinter einem Pfeiler versteckt. Um 9.59 Uhr schubste er zunächst die 40-jährige Mutter auf das Gleis. Dann warf er ihren achtjährigen Sohn hinterher. Er wurde vom einfahrenenden ICE erfasst und getötet. Die Mutter konnte sich noch im letzten Moment retten. Anschließend versuchte der 40-jährige Mann, eine 78 Jahre alte Frau auf die Schienen zu stoßen. Doch die Rentnerin stolperte und blieb so noch auf dem Bahnsteig liegen.

Politik müsse "alles Menschenmögliche für mehr Sicherheit zu tun"

"Eine 100%-Sicherheit wird es nicht geben", verkündet Innenminister Horst Seehofer (CSU) bei einer Pressekonferenz zu den aktuellen Delikten in Deutschland. Allerdings sieht er es als "moralische Verantwortung der Politik, alles menschenmögliche für mehr Sicherheit zu tun". Im Hinblick auf den Vorfall am Frankfurter Hauptbahnhof fordert er eine höhere Polizeipräsenz an Bahnhöfen, "das soll das Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern und ist wichtiger als so mancher Paragraph".

Horst Seehofer fordert mehr Mitgefühl und Empathie

Seehofer fordert mehr Mitgefühl und Empathie von den Bürgern - und damit weniger Hass. Zudem gebe es kein Pardon für Gewalt. Dabei sei es egal, an oder gegen wen sich die Gewalttaten gerichtet haben. Damit bezog er sich auf die Ereignisse der letzten Tage, wie zum Beispiel der rassistisch motivierte Angriff auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach. Weiter wolle er nicht kurzfristig und hastig agieren, sondern eine konretere Analyse durchführen, um die Sicherheit zu verbessern. Spitzengespräche mit der Deutschen Bahn sind bereits angesetzt.