2018 M11 20 - 12:26 Uhr

Der Schritt in den Fahrstuhl: Der Schritt in den Tod?

Der Schritt in den Fahrstuhl, alltägliches Geschäft. Wie oft denkt man dabei daran, dass es der letzte Schritt sein könnte? Aber warum sollte die Technik ausgerechnet jetzt versagen? Auch wenn der Gedanke kommt, die Sorge dahinter ist meist nicht ernst genug, um die Treppe zu nehmen, gerade in Wolkenkratzern mit bis zu 100 Stockwerken.

Erst Schreie, dann Gebete

Dennoch: Technik kann versagen. In Chicago wurde der Alptraum, der bei jeder Fahrstuhlfahrt irgendwie am Rande mitfährt, jetzt wahr. Der Aufzug im ehemaligen Hancock-Center, Chicagos vierthöchstem Gebäude, fuhr in der 95. Etage los und rauschte dann 84 Stockwerke ungebremst in die Tiefe. "Am Anfang dachte ich, wir werden sterben", sagt eine der sechs Personen aus dem Fahrstuhl später. Die anderen haben wohl Ähnliches gedacht. Und auf ein Wunder gehofft, dass dieser Sturz in die Tiefe doch nicht der letzte Moment auf Erden sein wird. Es machte "Klack, Klack, Klack", so der Insasse, Staub trat in die Kabine ein, "erst Schreie, dann Gebete", schildert die "Chicago Tribune" den Horror.

Langes Warten auf Rettung

Und es geschah ein Wunder, als der Fahrstuhl schließlich im elften Stock zum Stehen kam. Zwar waren alle Insassen unverletzt, der Albtraum aber noch nicht zu Ende. Er sollte noch drei Stunden andauern, begleitet von der Angst, dass die Sturzfahrt des Fahrstuhls weitergehen könnte. Die Befreiung der sechs Menschen gestaltete sich äußerst kompliziert. Um an die Türen zu gelangen, musste die Feuerwehr ein Loch in die angrenzende Betonwand schlagen, dann endlich konnten alle unverletzt geborgen werden.

Ursache des Unglücks war ein gerissenes Stahlseil. Der Fahrstuhl war erst im Juli einer Inspektion unterzogen worden. Wie das Seil reißen konnte, soll nun untersucht werden. Was die Überlebenden sagen, sehen Sie im Video.