Tiere sollen abtransportiert werden

Mienenbüttel: Horror-Tierversuchslabor macht dicht

SOKO Tierschutz
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12. November 2019 - 11:04 Uhr

SOKO Tierschutz meldet Schließung des Horror-Labors

Nie mehr wieder Bilder von gefesselten Affen und blutverschmierten Hunden aus dem "Laboratory of Pharmacology and Toxicology" (LPT) in Mienenbüttel. Das viel kritisierte Tierversuchslabor schließt laut einem internen Schreiben, das dem NDR vorliegt, am 29. Februar 2020. Dem Bericht zufolge wurde mit der zuständigen Behörde vereinbart, die Versuche mit Hunden, Katzen und Affen zu beenden. Tierschützer der Soko Tierschutz hatten bereits am Wochenende vermeldet, dass das LPT-Labor schließe.

Die Tiere sollen in die Niederlande transportiert werden

Nach der Aufdeckung von massiven Rechtsbrüchen, Tierquälerei und dem Verdacht auf Betrügereien in den Tierversuchslabors des Hamburger LPT-Konzerns steht das Labor für Affen, Hunde und Katzen in Mienenbüttel (Landkreis Harburg) vor der Schließung. Das verkündete der SOKO Tierschutz bereits am Wochenende in einem Facebook-Post. Die Organisation hatte bei einem Undercover-Einsatz erschreckende Bilder aufgenommen.

Das Labor soll aber erst nach einer großen Affenstudie der Firma Merck geschlossen werden, heißt es im Schreiben, aus dem der NDR zitiert. Damit würden die Grausamkeiten fast 60 Jahre knapp 60 Jahre nach Eröffnung des Labors enden. Aktuell lässt das Tierversuchslabor alle übrigen Affen zu einem Großhändler in die Niederlande schaffen. Das Schicksal der anderen Tiere ist unklar.

Tierschutzvereine fordern Übergabe der Tiere

SOKO Tierschutz, Cruelty Free International, der Hamburger Tierschutzverein und ein Bündnis, dem sich auch zahlreiche Tierschutzvereine des Deutschen Tierschutzbundes angeschlossen haben, fordern die Übergabe der verbliebenen Tiere an den Tierschutz.

"Es gibt für jedes Tier einen Platz. Die Zivilbevölkerung wird nicht zulassen, dass diese Tiere, die im LPT teilweise seit vielen Jahren leiden, verschachert oder getötet werden", so Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz.​ Demnach befinden sich derzeit noch etwa 200 Hunde, 50 Katzen und um die 20 Affen in dem Labor. 

Skandal bringt Tiere und Menschen in Gefahr

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Für die Organisation ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen. Das LPT versucht mit diesem Manöver auch von den anderen Standorten in Neugraben, Hamburg und Löhndorf in Schleswig-Holstein abzulenken und hofft, dass die Quälerei dort an Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Ratten, Schweinen und Fischen weitergehen kann, heißt es. 

"Das werden wir nicht zulassen. Ich frage mich, wann die Staatsanwaltschaft endlich Konsequenzen zieht. Seit Wochen können Beweismittel verschwinden und die Staatsanwaltschaft wartet ab. Das ist ein Skandal, der nicht nur Tiere, sondern auch Menschen in Gefahr bringt", sagt Mülln.

SOKO Tierschutz ruft zu Protesten auf

SOKO Tierschutz ruft am 16.11.2019 zur Großdemo in Hamburg auf. "Am Samstag werden zahllose Menschen aus ganz Europa die Untätigkeit der Politik und die Unfähigkeit der Behörden anklagen. Das Ziel ist die Schließung aller drei Tierlabore des LPT und ein Ende der sinnlosen, grausamen und veralteten Tierversuche. Bereits im Oktober fand eine große Demonstration statt. Dort lief auch Gudio Maria Kretschmer mit. Seine Aussagen sehen Sie im Video.