Getötet, verletzt, vertrieben, traumatisiert

Buschfeuer in Australien: Mehr als 60.000 Koalas mussten leiden

08. Dezember 2020 - 7:50 Uhr

Drei Milliarden Tiere geschädigt

Mehr als 60.000 Koalas sind durch die verheerenden Buschbrände im Sommer 2019/20 in Australien getötet, verletzt, vertrieben oder traumatisiert worden. Das geht aus einem Bericht der Umweltorganisation WWF in Australien hervor. Demnach wurden durch die Feuer insgesamt fast drei Milliarden Tiere durch Rauchvergiftungen, Hitzestress und Dehydrierung geschädigt – rund 143 Millionen Säugetiere, 2,46 Milliarden Reptilien, 181 Millionen Vögel und 51 Millionen Frösche.

WWF startet Projekt, um Koalas zu retten

Im Osten und Süden Australiens brannte eine Fläche von rund 19 Millionen Hektar - das entspricht mehr als der Hälfte der Fläche Deutschlands. 33 Menschen starben, 3.094 Häuser fielen den Flammen zum Opfer. Es war das katastrophalste Buschfeuer in der Geschichte des Landes. Die Zahl der Koalas, die durch die jüngsten Brände betroffen seien, sei "zutiefst bestürzend" - vor allem für eine Art, die ohnehin vom Aussterben bedroht sei. Der Bericht hat ergeben, dass etwa 71 Prozent der Koalapopulation in den betroffenen Gebieten vernichtet worden sind. Alleine in New South Wales verbrannten zudem über fünf Millionen Hektar Eukalyptus-Wälder und damit der Lebensraum der ikonischen Art.

Der Geschäftsführer von WWF-Australien, Dermot O'Gorman, kündigte an, man arbeite an einem "Regenerationsplan". Er enthalte eine mutige Vision: Bis 2050 solle die Zahl der Koalas in Ost-Australien verdoppelt werden. Nach dem Plan "Koalas für immer" werde der WWF in Australien Drohnen testen, die Saat verstreuten, um Korridore für Koalas zu schaffen. Zudem solle ein Fonds eingerichtet werden, um Landbesitzer zu ermutigen, sichere Zufluchtsorte für Koalas zu schaffen. Für die nur in Australien heimischen Beutelsäuger waren die Brände besonders verheerend, da die Tiere nicht vor Feuer fliehen, sondern in ihren Bäumen sitzen bleiben.

Im Video: Koala aus Flammen-Hölle gerettet