Hongkonger Aktivist will Taten sehen

Joshua Wong: "Die Welt muss jetzt handeln"

13. Juli 2020 - 18:28 Uhr

Wong trotz allem zuversichtlich

Der Hongkonger Aktivist Joshua Wong ist zuversichtlich für die Zukunft von Hongkong: "Ich habe Vertrauen in die Menschen von Hongkong", sagte er im RTL-Interview.  Mehr als eine halbe Million Menschen haben sich an den Vorwahlen der Opposition beteiligt und das waren mehr Menschen als gedacht: "Das beweist, wir erhalten die Dynamik."

Das neue Sicherheitsgesetz von China stößt auf viel Kritik von Hongkongern, sowie auch auf internationaler Ebene. Wong fordert aber auch, dass die Welt jetzt handelt und sich zur Demokratie bekennt.

Demonstranten kämpfen für Unabhängigkeit und Demokratie

July 1, 2020, Hong Kong, China: Protesters making gestures of 1 and 5 fingers, symbolising the five demands of the protest movement during the demonstration..Following the passing of the National Security Law that would tighten on freedom of expressi
Demonstranten machen die Gäste "1 Finger und 5 Finger, welche die fünf Forderungen der Bewegungen symbolisiert.
© imago images/ZUMA Wire, Willie Siawillie Siau via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Seit dem letzten Sommer wurden fast 10.000 Demonstranten verhaftet. Immer wieder gehen pro-demokratische Demonstranten auf die Straße, um sich gegen die Regierung und ihren kommunistischen Einfluss zu stellen. Sie protestieren gegen die Polizeibrutalität und die Einflussnahme Pekings.

Welchen Einfluss Peking auf die Region hat, zeigt auch die Parteienlandschaft. Wong gründete eine junge, pro-demokratische Partei in Hongkong, Demosisto, aus der er aber vor kurzen austritt. Im RTL-Interview erklärt der Aktivist warum: "Ich will die Leben meiner Kollegen nicht einem Risiko aussetzen. Ich werde für die Demokratie individuell weiterkämpfen." Auch weitere Gründerinnen und Gründer traten aus der Partei aus, welche sich dadurch auflöste. 

Im Jahr 1997 wurde Hongkong als ehemalige britische Kronkolonie an China zurückgegeben und seitdem agiert die Stadt als chinesische Sonderverwaltungszone größtenteils autonom: "Ein Land, zwei Systeme." Diese Autonomie ist aber in Gefahr: "Das neue Sicherheitsgesetz bedeutet den Tod von unserem System "Ein Land, zwei Systeme."

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