Diese Fotos sind nichts für schwache Nerven

Hongkong: Polizist wird von Pfeil ins Bein getroffen

© dpa, Kin Cheung, MAS dul

17. November 2019 - 15:48 Uhr

Demonstranten in Hongkong schießen mit Pfeil und Boden

Diese Bilder sind nichts für schwache Nerven: Die Hongkonger Polizei veröffentlichte bei Facebook Fotos eines verletzten Beamten. Er hat einen Pfeil in der Wade stecken. Das Geschoss hat das Bein des Mannes beinahe durchdrungen. Offenbar wurde er bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Demonstranten nahe der Polytechnischen Universität verwundet. Die Hochschule wurde von Demonstranten besetzt.

Polizei Hongkong veröffentlicht Fotos des verletzten Beamten

Verletzter Polizist in Hongkong
In Hongkong wurde ein Polizeibeamter von einem Pfeil in die Wade getroffen.
© Facebook/Hong Kong Police Forces

Der verletzte Polizist, der als Ansprechpartner für Medienvertreter im Einsatz war, wurde ins Krankenhaus gebracht, wo ihm das Geschoss aus der Wade entfernt wurde. Radikale Demonstranten setzten auch schon in den vergangenen Tagen Pfeil und Bogen gegen Sicherheitskräfte ein. Es war aber das erste Mal, dass jemand dabei verletzt wurde. Die Beamten würden außerdem mit Steinen und Brandsätzen attackiert, hieß es in dem Facebook-Post der Polizei.

Rund um die Polytechnische Universität eskalierten die Proteste

Proteste in Hongkong
Der verletzte Polizist wurde ins Krankenhaus gebracht.
© dpa, -, dul

Die Beamten gingen mit Tränengas, Gummigeschossen und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Zum ersten Mal seit Beginn der Proteste im Juni verließen die Soldaten ihre Kaserne am Samstag für einen Einsatz. Bilder zeigten, wie sie Steine und andere Objekte von einer Straße räumten.

Demonstranten fordern freie Wahlen

Proteste in Hongkong
Der Pfeil hat die Wade des Polizisten beinahe durchdrungen.
© dpa, -, dul

Die Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong richten sich gegen die Regierung. Die Demonstranten fordern freie Wahlen, eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität sowie Straffreiheit für die bereits weit mehr als 4.000 Festgenommenen. Außerdem wollen sie, dass Regierungschefin Carrie Lam zurücktritt. In den vergangenen Tagen waren die Proteste wieder aufgeflammt.

Erstmals wurden auch viele Hochschulen der Stadt zu Brennpunkten, wo sich Studenten verschanzten und es zu teilweise heftigen Kampfszenen zwischen Polizisten und radikalen Demonstranten kam. Auch zwei deutsche Studenten wurden zeitweise festgenommen. Nach dpa-Informationen sind die beiden 22-Jährigen aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.