Digital-Gipfel mit der Kanzlerin

So will Merkel das Homeschooling verbessern

23. Februar 2021 - 8:52 Uhr

Schule und Bildung: Deutschland hat Digitalisierung verschlafen

Seit heute sind in den meisten Bundesländern die Schulen wieder geöffnet und das in einer absoluten Ausnahmesituation. Fast ein Jahr waren die meisten mit kurzen Unterbrechungen im Homeschooling und dieses Jahr hat gezeigt: Deutschland hat bei der Digitalisierung von Bildung jahrelang geschwänzt. Das wollen Kanzlerin Angela Merkel und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek jetzt ändern und rufen heute zum Bildungs-Digital-Dialog. Die Betroffenen, Eltern und Schüler, sind jedoch nicht dabei. Dabei warten die noch immer auf ihre Lehrer-Laptops oder eine funktionierende digitale Infrastruktur an den Schulen oder zuhause.

Merkel will "Digitalen Bildungsraum" schaffen

Abhilfe soll ein neuer "Digitaler Bildungsraum" schaffen. Wie genau dieser funktionieren soll und wie damit die großen Mängel in der Internetverbindung gelöst werden sollen, bleibt offen. Denn meist sind die Probleme beim Homeschooling, dem digitalen Studium oder dem Homeoffice viel simpler. Meist fehlt es besonders in ländlichen Gebieten an einer stabilen Internetverbindung oder noch einfacher an digitalen Endgeräten.

Dennoch machen Merkel und Karliczek Hoffnung auf Besserung. "Gemeinsam werden wir weiter daran arbeiten, digitale Infrastrukturen aufzubauen und den Erwerb digitaler Kompetenzen für Lernende und Lehrende [...] zu fördern", schreibt das Bundesforschungsministerium in einer Presseerklärung. "Jede und jeder soll auf dem eigenen Bildungsweg maßgeschneiderte digitale Angebote der Aus- und Weiterbildung erhalten."

Auch nach Corona: Unterstützung für Digitalisierung an Schulen

Auch Schulen soll mit einer neuen Plattform gezielt bei der Digitalisierung geholfen werden. Ein neues Programm namens "SchulTransform" soll dabei im Mittelpunkt stehen. "Das Tool hilft zum Beispiel den Rektoren zu erkennen, welche Schritte bei der Digitalisierung zu beachten sind. Digitalisierung bedeutet mehr als nur die Einbindung von Technik", erklärt Forschungsministerin Karliczek das Projekt. "Wir wollen erreichen, dass die Schulen darüber untereinander Erfahrungen austauschen."

Wie genau das System funktionieren soll und vor allem, wie es die Schulserver und die Internetverbindung der Schüler im Homeschooling stabiler machen soll, bleibt offen. Zwar betonen Merkel und Karliczek, dass es nicht nur eine weitere Lernplattform sein soll. Ob es aber der große Wurf für mehr Digitalisierung im Bildungsbereich wird, bleibt abzuwarten.

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