Bundesnotbremse: Küchentisch statt Schulbank

Diese Auswirkungen hat die Corona-Notbremse auf Familien

26. April 2021 - 13:50 Uhr

Homeoffice und Distanzunterricht: Neue Regeln für Schule und Arbeit

Viele Familien starten heute mit der Bundes-Notbremse in die neue Woche. Laut dem neuen Infektionsschutzgesetz ist der Arbeitgeber nun verpflichtet Homeoffice anzubieten, gleichzeitig bleiben die Klassenzimmer wieder geschlossen. Auch Familie Woebken aus Leipzig muss den Spagat zwischen Homeoffice, Homeschooling und Betreuung meistern.

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Homeschooling für Schüler: Wieder Küchentisch statt Schulbank

Für Tochter Pauline heißt es wieder: Küchentisch statt Schulbank. Die Schulen bleiben mit der Corona-Notbremse wieder geschlossen und die Erstklässlerin muss ins Homeschooling wechseln. Begeistert davon ist sie nicht – sie lernt lieber in der Schule mit ihren Freunden.

Auch Paulines Eltern, Kundenbetreuerin Claudia Woebken und Logistiker René Goede, müssen ihren Alltag umstellen. Die Erstklässlerin braucht schulische Betreuung und parallel dazu sollen sie ihre Jobs erledigen. Für Vater René ist die Situation schwierig: "Wir sind kein geschultes Personal und haben wahrscheinlich eine andere Geduld als eine Lehrerin."

Die Schulbetreuung von Pauline teilen sich die beiden. Mutter Claudia arbeitet in der Frühschicht, Vater René in der Spätschicht. "Wir haben das Glück, dass unsere Arbeitgeber uns entgegenkommen", so Claudia Woebken. Doch nicht alle Eltern haben dieses Glück.

Ungleichgewicht und Doppelbelastung in Familien

Auch Familien in anderen Städten und Regionen erleben die Doppelbelastung – eine Belastung gegen die Eltern aber nicht machtlos sind. "Dass man wirklich arbeiten gehen muss, ist ausgeschlossen", sagt Anwältin Nicole Mutschke. Doch für die Entgeltfortzahlung sollten Eltern "zuerst nach dem Kinderkrankengeld gucken und dann gibt es auch noch Ansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz", berichtet die Anwältin weiter.

Das Kinderkrankengeld wird in Familien ungleich in Anspruch genommen. Laut einer Erhebung der Krankenkasse Barmer haben versicherte Mütter im ersten Quartal 2021 an rund 103.000 Tagen Kinderkrankengeld wegen geschlossener Schulen und Kitas genommen – Väter aber nur an rund 45.000 Tagen. Die Pandemie habe das Ungleichgewicht in vielen Familien noch einmal deutlich gemacht, sagte Barmer-Vorstandsvorsitzender Christoph Straub der "Welt".

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Diese Regeln gelten in Schulen und Betrieben

Mit der Bundes-Notbremse müssen Schüler in den Wechselunterricht und zweimal die Woche getestet werden – über die Form des Wechselmodells entscheiden die Bundesländer. Sobald der Inzidenzwert an drei Tagen höher als 165 darf der Präsenzunterricht in Schulen und die Betreuung in Kitas nicht mehr stattfinden. Die Bundesländer können jedoch eine Notbetreuung und Ausnahmeregeln für Abschlussklassen und Förderschulen einrichten.

Die Notbremse verschärft außerdem die Homeoffice-Pflicht. Arbeitgeber sind verpflichtet Homeoffice anzubieten. Wer nicht nachvollziehbar begründen kann, warum das Arbeiten von Zuhause nicht möglich ist, muss ins Homeoffice.

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