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Homeoffice-Pflicht wegen Corona

Das bedeutet die beschlossene Verordnung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

21. Januar 2021 - 12:12 Uhr

Homeoffice bei allen Bürotätigkeiten möglich

Bund und Länder haben sich am Dienstag nach mehrstündigen Verhandlungen darauf geeinigt, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen müssen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Dadurch sollen Kontakte am Arbeitsort, aber auch auf dem Weg zur Arbeit, reduziert werden. "Wir rechnen damit, dass wir bei allen Bürotätigkeiten zu einer sehr hohen Homeoffice-Quote kommen", sagte Kanzleramts-Chef Helge Braun im RTL-Nachtjournal.

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Kommt jetzt die Wischi-waschi-Regelung?

In der Corona-Arbeitsschutzverordnung des Bundesarbeitsministeriums, die RTL vorliegt, heißt es konkret: "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen." Wie stark Arbeitgeber ihr Homeoffice-Angebot vom 27. Januar bis zum 15. März ausweiten "Müssen" – dazu gibt es offenbar noch widersprüchliche Aussagen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geht davon aus, dass die Homeoffice-Verordnung mit Augenmaß umgesetzt werde: "Die Botschaft ist klar: überall dort Homeoffice, wo es geht, aber eben auch nur dort, wo es geht", sagt der CDU-Politiker in der ARD. Damit sollten in der Corona-Krise die sozialen Kontakte reduziert werden.

Nach den Bund-Länder-Gesprächen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Beschäftigten und Unternehmen aufgefordert, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen.

Zugleich warnte er Arbeitgeber davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte in Extremfällen Kontrollen an. "Sie müssen klar sagen, wo es geht - und auch, wo es nicht geht. Wo es möglich ist, sollen sie es ermöglichen und das wird im Zweifelsfall auch von Arbeitsschutzbehörden überprüft", sagt er in 'Bild'.

Der Arbeitsminister nimmt auch die Arbeitnehmer in die Pflicht: Von den Beschäftigten erwarte die Regierung, dass sie das Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Anspruch nähmen. Eine Rechtsgrundlage, dass Arbeitnehmer ins Homeoffice gehen müssen, gibt es laut Heil aber nicht.

Ausgerechnet in öffentlicher Verwaltung noch Handlungsbedarf

Auch die Linken-Vorsitzende Katja Kipping begrüßte die beschlossenen Homeoffice-Regelungen. "Monatelang hat die Bundesregierung die Last des Infektionsschutz fast komplett auf den Privathaushalten abgeladen. Nun endlich zeigt sie Einsicht", sagte Kipping dem Nachrichtenportal watson. Sie kritisierte: "Die monatelange Weigerung der Regierung auch die Großen, die Arbeitgeberseite, verbindlich für den Infektionsschutz in die Pflicht zu nehmen, ist mitverantwortlich dafür, dass sich der Lockdown für Privathaushalte noch länger ziehen wird."

Der Digitalverband Bitkom sieht ausgerechnet in der öffentlichen Verwaltung noch Handlungsbedarf. "Die Politik sollte jetzt Homeoffice nicht nur von den Unternehmen einfordern, sondern vor allem in ihrem originären Verantwortungsbereich - der Verwaltung - in aller Breite einführen", betonte Bitkom-Präsident Achim Berg. Die Mehrzahl der fünf Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst könnte von ihrer Tätigkeit her im Homeoffice arbeiten und sollte das zumindest in den kommenden Monaten auch tun, so Berg.

Quelle: DPA / RTL.de

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