"Homeoffice-Gipfel" am Mittwoch

Söder will Wirtschaft zu mehr Homeoffice während Corona drängen

Markus Söder (CSU) bei einem Termin. Foto: Peter Kneffel/dpa
© deutsche presse agentur

13. Januar 2021 - 14:08 Uhr

Homeoffice-Gipfel am Mittwoch

Im Kampf gegen das Coronavirus will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Arbeitgeber im Freistaat zu mehr Homeoffice-Möglichkeiten für Beschäftigte drängen, auch mit konkreten Zielvorgaben. Voraussichtlich an diesem Mittwoch wolle er bei einem "Homeoffice-Gipfel" mit Wirtschaft und Gewerkschaften darüber sprechen, kündigte Söder am Montag in München an.

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"Am Anfang der Pandemie besser gewesen"

Zunächst einmal müsse man überlegen, wie die Potenziale für Homeoffice, die es gebe, besser ausgeschöpft werden könnten - bislang sei das noch nicht ausreichend der Fall. "Das muss fundamental verbessert werden", verlangte Söder. Wenn das nicht funktioniere, müsse man vielleicht über "andere Maßnahmen" nachdenken. "Im Moment geht es erst einmal darum, nochmal alle Kräfte zu bündeln."

"Wir müssen uns dann auch über Zielmarken nochmal unterhalten, die es für alle einzuhalten gilt", sagte Söder. "Wir brauchen dringend auch beim Homeoffice Zielmarken." Man könne zwar nicht alles ganz einfach über einen Kamm scheren. "Nicht jede Branche ist gleich, nicht jede Tätigkeit ist gleich. Aber die Bereitschaft generell muss deutlich erhöht und verbessert werden", forderte der Ministerpräsident.

"Mein Eindruck ist, dass wir fast wieder ein bisschen zurückgefallen sind", sagte Söder. Am Anfang der Pandemie sei es besser gewesen als in der jetzigen Phase. "Und darum kann man das nicht einfach laufen lassen, sondern man muss nochmal in der Frage eine Richtung diskutieren und das auch gemeinsam entscheiden und vorgeben."

Auch Grüne wollen mehr Druck auf Arbeitgeber ausüben

Söder warnte eindringlich vor den Folgen, sollte das mutierte Virus, das insbesondere in Großbritannien grassiert, auch hier um sich greifen. "Eines muss uns klar sein: Der jetzige Lockdown ist unter den Bedingungen geschlossen, dass das mutierte Virus nicht stärker bei uns im eigenen Land ist." Ihm mache die Entwicklung in England und Irland große Sorge und er hoffe, "dass wir da verschont bleiben". "Aber man muss der Realität ins Auge sehen: Die Wahrscheinlichkeit ist nicht so hoch", fügte er hinzu. Deswegen könne es sein, dass man mehr Homeoffice brauche, um in den nächsten Monaten wirtschaftlich aktiv und gleichzeitig vorsichtig und umsichtig zu bleiben.

Auch die Grünen wollen mehr Druck auf Arbeitgeber ausüben, damit diese ihren Beschäftigten in der Corona-Krise das Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen. "In der aktuellen Situation ist es geboten, dass zu Hause arbeitet, wer zu Hause arbeiten kann", heißt es in einem Beschluss des Parteivorstandes. "Die Erfahrung zeigt, dass dies nicht funktioniert. Es braucht deshalb sowohl ein Recht auf Homeoffice als auch ein Gebot für Arbeitgeber, dies zu ermöglichen."

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Quelle: DPA / RTL.de