Holter will Schülern Zeit vor den Abiprüfungen geben

Schüler und Schülerinnen absolvieren eine Prüfung. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild
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25. März 2020 - 17:30 Uhr

Nach einem Ende der Zwangspause an Thüringer Schulen wegen der Corona-Pandemie sollen den Abiturienten drei bis vier Wochen Zeit bis zu den Prüfungen bleiben. "Die Schüler sollen ausreichend Zeit zur Vorbereitung bekommen - im schulischen Kontext", sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es sei wichtig, dass die Schüler während ihrer Vorbereitung auf die Lehrer zugehen und sich Tipps beim Lernen holen können.

Zuvor hatten sich die Kultusminister der Länder in einer Telefonschalte der Kultusministerkonferenz (KMK) darauf verständigt, dass Schulabschlussprüfungen in diesem Jahr trotz der Corona-Krise auf jeden Fall stattfinden sollen.

"Ich bin sehr froh, dass die Länder eine Einigung erzielt haben. Ich hatte die Sorge, dass die KMK in dieser Frage auseinander driftet", sagte Holter. Mit der Verständigung sei auch gewährleistet, dass alle Länder alle Prüfungen durchführen und dass die Abschlusszeugnisse gegenseitig anerkannt würden.

Holter betonte, dass Thüringen auf die Abiturprüfungen vorbereitet sei. "Die Aufgaben für die einzelnen Fächer sind erarbeitet und schon gedruckt. Unsere Prüfungen können stattfinden", sagte der Bildungsminister.

Ursprünglich hätten die diesjährigen Abiprüfungen am 30. April starten sollen. Schulen wie auch Kindergärten wurden in Thüringen vor mehr als einer Woche wegen der Corona-Krise geschlossen. Bisher ist vorgesehen, dass die Schulen nach den Osterferien am 20. April wieder öffnen. Bleibt es dabei, wären die Abiprüfungen noch im Mai möglich. Nach Angaben eines Sprechers des Bildungsministeriums ist aber unklar, ob der Termin zu halten ist. Das komme auf die weitere Ausbreitung des Coronavirus im Freistaat an, hieß es.

Holter machte klar, dass er deshalb auch noch keinen neuen Termin für die Abiprüfungen nennen wolle. "Ich möchte keinen Termin nennen, der dann doch wieder verschoben werden muss", sagte er. Zuvor hatte die Landesschülervertretung kritisiert, dass es noch keine neuen Termine gibt. Holter wollte nicht ausschließen, dass möglicherweise auch Prüfungstermine für andere Schularten verschoben werden müssen. "Das hängt von der Entwicklung der Corona-Krise ab", sagte er.

Über den Vorstoß aus Schleswig-Holstein, die Abiprüfungen ganz ausfallen zu lassen, sei er "entsetzt" gewesen. Nach der Telefonschalte der KMK rückte das Bundesland von seinem Vorhaben am Mittwoch wieder ab. Auch die Thüringer Landesschülervertretung hatte mit Nachdruck gefordert, dass die Prüfungen stattfinden sollen.

Quelle: DPA