Holocaust-Überlebender Menachem Bodner sucht bei Facebook nach seinem Zwillingsbruder

Mit der Hilfe zehntausender Facebook-User hofft Menachem Bodner, seinen Bruder Jeno ausfindig zu machen.

15. Mai 2014 - 16:11 Uhr

"Ich wusste genau, dass ich einen Bruder habe"

Diese Suche geht um die Welt – und alle machen mit: Menachem Bodner sah seinen Zwillingsbruder zum letzten Mal im Alter von vier Jahren. Der heute 73-Jährige überlebte das Konzentrationslager Auschwitz. Bei der Befreiung durch die Rote Armee im Januar 1945 verlor er in all dem Chaos seinen Bruder aus den Augen und fand ihn nie wieder. Bis heute glaubt Menachem felsenfest daran, dass Jeno irgendwo da draußen ist, er muss ihn nur finden.

Bei seiner Suche ist er nicht allein, zehntausende Facebook-User unterstützen ihn. Die eigens dafür ins Leben gerufene Facebook-Seite 'A7734', mit dieser KZ-Nummer war Jeno gekennzeichnet, hat bereits mehr als 41.000 Likes – und täglich kommen neue dazu. "Ich bin fasziniert von dieser Geschichte und ich bete, dass er seinen Bruder findet", schreibt beispielsweise Cindy Roberson Hartman.

An den Tag seiner Rettung erinnert sich der Holocaust-Überlebende noch genau. Ein fremder Mann, der nach Frau und Tochter in dem Lager suchte, habe plötzlich vor ihm gestanden. Bodner fragte ihn, ob er sein Vater sei. Daraufhin nahm ihn der Mann mit. Später adoptierte der Mann den kleinen Menachem und brachte ihn nach Israel.

Dort ließ sein Adoptiv-Vater nichts unversucht, um Menachems richtige Familie zu finden. Doch irgendwann schwand die Hoffnung und auch Menachems Erinnerungen verblassten. Doch "ich wusste genau, dass ich einen Bruder habe", sagte der 73-Jährige dem US-Sender CNN. Eine Stammbaumforscherin nahm sich dem tragischen Fall an.

Laut CNN sah Ayana KimRon ein Familienfoto, das Menachem Bodner bei Facebook gepostet hatte. KimRon ermittelte daraufhin die ursprünglichen Namen der Zwillingsbrüder: Elias und Jeno Gottesmann. Mithilfe des Namens und der tätowierten KZ-Nummer sucht Menachem nun wieder nach Jeno und hofft auf den Durchbruch. Facebook-Userin Simonetta Heger macht ihm Hoffnung. "Wir haben unsere Cousine nach 60 Jahren wiedergefunden und kannten ihre Identität auch nicht. Also viel Glück", schreibt sie.