Hohes Interesse an Blutplasma-Spenden für Corona-Forschung

Einer Frau wird bei einer Blutspende eine Blutprobe entnommen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Symbolbild
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15. April 2020 - 6:50 Uhr

Mehr als 300 an Covid-19 erkrankte oder bereits genesene Menschen haben sich bei einer Heidelberger Firma gemeldet, um Blutplasma für die Corona-Forschung zu spenden. "Das ist eine prima Resonanz", sagte der Biomex-Geschäftsführer, Oliver Bosnjak, der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen liefere Plasma für die diagnostische Industrie, die daraus Tests für die Feststellung der Immunität gegen das Virus entwickeln wolle. Das soll später einmal helfen, die Immunitätsrate in Deutschland zu ermitteln - ein mögliches Kriterium für das Ende der Corona-Beschränkungen, erläuterte Bosnjak.

Mehr als 60 Prozent der potenziellen Spender sind männlich. Die Interessenten kommen vorwiegend aus dem Großraum Heidelberg. Mehr als 50 Männer und Frauen spendeten bereits Blutplasma. Das ihnen entnommene Blut wird in einer Zentrifuge in Plasma einerseits und weiße und rote Blutkörperchen andererseits getrennt.

Bei der Genesung bilde der Organismus Antikörper aus, die die Industrie dringend brauche, führte Bosnjak weiter aus. In drei bis vier Wochen werde auf dieser Basis ein Test auf Immunität gegen das Virus zu Verfügung stehen, schätzte er. Laut Biomex gibt es überdies erste erfolgreiche Tests mit therapeutischem Plasma für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Außerdem könnte das Blutplasma bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen helfen und benutzt werden, um die Wirksamkeit von bereits eingesetzten Corona-Tests zu überprüfen.

Quelle: DPA