Hohe Wahlbeteiligung in Bayern - CSU bangt um die Alleinherrschaft

14. Oktober 2018 - 15:45 Uhr

CSU wohl auf Partner angewiesen

Bayern wählt. Rund 9,5 Millionen Bürger sind aufgerufen, einen neuen Landtag für die nächsten fünf Jahre zu wählen, darunter 600.000 Erstwähler. 180 Sitze sind zu vergeben, darunter 91 Direkt- und 89 Listenmandate. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate könnte die Zahl noch steigen. Die CSU muss nach allen Umfragen mit dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit im Landtag rechnen, wird sich also voraussichtlich einen Koalitionspartner suchen müssen.

Höhere Wahlbeteiligung als 2013 zeichnet sich ab

14.10.2018, Bayern, Schwangau: Ein Mann in bayerischer Tracht betritt ein Wahllokal zur Landtagswahl in Bayern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die höhere Wahlbeteiligung könnte auch am guten Wetter an diesem Sonntag liegen.
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Möglicherweise sind dieses Mal mehr Wähler an die Urnen gegangen als bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 - das zumindest legen erste Zahlen aus den Städten nahe. So lag in Augsburg die Wahlbeteiligung um 12.00 Uhr bei 24,4 Prozent (ohne Briefwähler), vor fünf Jahren waren es nach Angaben der Stadt zum gleichen Zeitpunkt erst 16,7 Prozent. Für München wurde die Wahlbeteiligung bis 14.00 Uhr einschließlich der Briefwähler mit 54,6 Prozent angegeben (2013: 49,7 Prozent). In Nürnberg lag sie - mit Briefwählern - um 12.00 Uhr bei 26,1 Prozent (2013: 21,2 Prozent).

Wie verlässlich sind Umfragen noch?

14.10.2018, Bayern, Nürnberg: Ministerpräsident Markus Söder (M, CSU) gibt seine Stimme zur Landtagswahl in Bayern zusammen mit seiner Frau Karin ab. Rechts der Wahlvorsteher in Nürnberg Mögeldorf, Wolfram Gäbisch. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bild
Ministerpräsident Markus Söder (M, CSU) gibt seine Stimme zur Landtagswahl in Bayern zusammen mit seiner Frau Karin ab.
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Zweitstärkste Kraft könnten diesmal die Grünen werden. Völlig offen ist, wie viele Parteien künftig im Landtag vertreten sein werden - es könnten den Umfragen zufolge bis zu sieben sein. Die AfD ist wohl sicher drin, bangen müssen dagegen FDP und Linke - wobei die FDP in jüngsten Umfragen meist knapp über der Fünf-Prozent-Hürde lag und die Linke meist knapp darunter.

​Allerdings haben vergangene Wahlen gezeigt, dass Umfragen heutzutage nur eine begrenzte Aussagekraft darüber haben, wie die Wahl tatsächlich ausgeht. Ein Grund ist, dass viele Wahlberechtigte bis zum Schluss unentschlossen sind, ob sie überhaupt zur Wahl gehen und wen sie dann wählen werden.

Erst- und Zweitstimme in Bayern gleich wichtig

Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählt man einen Kandidaten in einem der 91 Stimmkreise direkt. Mit der Zweitstimme wählt man einen Listen-Kandidaten einer Partei. Wichtig: Anders als bei der Bundestagswahl entscheidet die Summe aus Erst- und Zweitstimmen über die Sitzverteilung im Landtag. Beide Stimmen sind für die Sitzverteilung im Maximilianeum also genau gleich wichtig.

Quelle: DPA / RTL.de