Hohe Radioaktivität im Wasser: Massensterben von Fukushimas Delfinen

22. Juli 2015 - 9:51 Uhr

"Ich habe so etwas noch nie gesehen"

Rund 150 Delfine waren vor etwa einer Woche an der japanischen Küste nordöstlich von Tokio gestrandet. Wissenschaftler fanden nun heraus: Die Atomkatastrophe von Fukushima ist am Massensterben schuld.

Fukushima Japan Großes Delfinsterben
Vor einer Woche strandeten etwa 150 Delfine an der japanischen Küste. Nur wenige konnten die freiwilligen Helfer retten.
© REUTERS, KYODO

Forscher des Nationalen Naturkundemuseums sezierten 34 der gestrandeten Tiere in der Präfektur Ibaraki und untersuchten sie auf Krankheiten. Die Autopsie ergab, dass die Lungen der meisten Delfine komplett weiß, also im sogenannten Ischämie-Zustand waren, während die anderen Organe normal aussahen. Eine Ischämie ist eine Unterbrechung der Blutversorgung, die zum Tod von Geweben und Organen führt. Durch die hohe Strahlenbelastung könnte bei den Delfinen die Durchblutung vollständig ausgefallen sein.

"Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagt einer der Wissenschaftler, der einen Zusammenhang zwischen dem Massensterben der Delfine und der erhöhten Radioaktivität in Fukushimas Umgebung sieht. Welche Auswirkungen diese Belastung auf die Anwohner in der betroffenen Präfektur haben wird, ist bislang noch unklar.