Hohe Nachfrage nach Corona-Hilfen für Studenten

Wolfgang Tiefensee sitzt im Plenarsaal des Landtages von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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12. Juli 2020 - 13:42 Uhr

Die Corona-Hilfen von Bund und Land werden von den Thüringer Studenten gut nachgefragt. Mehr als 5000 Studierende aus dem Freistaat stellten bislang Anträge auf Überbrückungshilfe des Bundes, wie das Wissenschaftsministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Davon waren allerdings nur knapp 1800 Anträge vollständig und konnten vom Studierendenwerk bearbeitet werden.

Rund 350.000 Euro an Bundesmitteln seien bislang an Studenten überwiesen worden, die wegen der Corona-Pandemie in Finanznot geraten sind. Insgesamt stehen für Thüringen laut dem Ministerium knapp 1,9 Millionen Euro aus dem Bundestopf zur Verfügung.

Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte, die Nachfrage zeige, dass der Bedarf der Studenten an solchen Fördermöglichkeiten sehr hoch sei. Nach wie vor gebe es erhebliche Einschränkungen und ein reduziertes Angebot an Nebenjobs für Studenten. Daher müsse der Bund gegebenenfalls über eine Fortführung seiner Überbrückungshilfe nachdenken. "Wenn sich die Situation nicht weiter entspannt, muss das Thema wieder aufgerufen werden."

Auch das Land greift den Studenten finanziell unter die Arme, indem es bei zinslosen Sozialdarlehen die Hälfte der Kreditsumme übernimmt. Von maximal 800 Euro Darlehen müssen also höchstens noch 400 Euro zurückgezahlt werden. Bislang wurden den Angaben zufolge 488 Anträge gestellt. Davon wurden 227 bewilligt und 165 abgelehnt. Rund 220.000 Euro seien bis jetzt ausgereicht worden. Zudem würden bereits einige Zweitanträge vorliegen. Das Land hatte eine mehrfache Antragstellung ermöglicht.

Nach einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks sind bundesweit mehr als zwei Drittel der Studenten neben dem Studium erwerbstätig, 60 Prozent davon finanzieren aus diesen Einnahmen ganz oder teilweise ihre Lebenshaltungskosten.

Quelle: DPA