Hohe Haftstrafen wegen Mordes aus Fremdenhass

Das Limburger Landgericht verhängte hohe Strafen.
Das Limburger Landgericht verhängte hohe Strafen.
© dpa, Fredrik Von Erichsen

25. Juni 2015 - 13:02 Uhr

Flüchtling aus Ruanda starb an inneren Blutungen

Wegen Mordes an einem Afrikaner aus Fremdenhass sind zwei Männer in Limburg zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Vorsitzende Richterin der Strafkammer am Landgericht sprach von einer "verachtenswerten Tat". Die obdachlosen Täter hatten im Oktober 2014 in einer städtischen Unterkunft einen Flüchtling aus Ruanda geschlagen und getreten, das Opfer starb an inneren Blutungen.

Ein 43-jähriger Angeklagter wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er entging einer lebenslangen Haftstrafe nur deshalb, weil er bei der Tat betrunken und daher nicht voll schuldfähig war. Sein 22-jähriger Mittäter wurde zu zehn Jahren Haft und zur Einweisung in eine Entziehungsanstalt verurteilt. Ein dritter mutmaßlicher Schläger hatte sich im Gefängnis das Leben genommen.

Die Angeklagten hätten zwar zu keiner rechtsradikalen Gruppe gehört, sagte die Richterin. Sie hätten aber ständig fremdenfeindliche Reden geführt und damit geprahlt, Ausländer geschlagen zu haben. Weil sie selbst in der Gesellschaft weit unten standen, hätten sie sich ein vermeintlich noch tiefer stehendes Opfer gesucht.