Der Mitschüler mit der feuchten Schnauze

Wie Labrador-Welpe „Sky“ eine ganze Schule verzaubert

19. November 2019 - 18:35 Uhr

Ausbildung zum Schulhund in Hofheim am Taunus

Ein Hund als Mitschüler, kann es etwas Besseres geben? Der kleine Sky ist ein Labrador-Welpe, dreieinhalb Monat alt und tapst seit einigen Wochen durch die Schule seines Frauchens, der Schulrektorin. Eines Tages soll aus ihm ein echter Schulhund werden. Wie das bei den Kindern ankommt - im Video.

Schulhunde fördern Konzentration und Empathie

Noch weiß der kleine Sky nicht, welchen Job er sich da an Land gezogen hat: Als Hund der Schulrektorin Annika Sieper wird der Labrador-Welpe zum Schulhund ausgebildet. Jeden Morgen bringt sie den kleinen Sky mit zur Arbeit in die Pestalozzi-Schule nach Hofheim am Taunus. Die Vorteile hat sie den anderen Lehrern und den Eltern in einem eigenen Konzept vorgestellt.

Zehn Seiten ist das Konzept lang und erklärt, dass ein Hund an der Schule Konzentration, Empathie und Verantwortungsgefühl stärke und - für viele Lehrer ein echter Traum - sogar die Lautstärke der Kinder reduziere: "Sie arbeiten ruhiger, das merkt man schon. Sie sind auch bedacht, dass es für den Hund nicht so laut ist. Klar, wenn der Hund dann mal hier ist, dann sind die Kinder schon mal abgelenkt, aber generell konzentrieren sie sich schon gut", erzählt uns Lehrerin Saskia Sievers.

10 Minuten pro Woche ist Hundezeit in der Pestalozzi-Schule

Vorerst darf Sky nur in Annika Siepers eigene Klasse, schließlich geht die Ausbildung für den dreieinhalb Monate alten Welpen erst los. Zehn Minuten pro Woche sorgt er so bei einigen Schülern sicherlich für ein echtes Wochen-Highlight. Von den Eltern hat sie die Genehmigung eingeholt und dabei geklärt, dass keine besonderen Ängste oder Allergien vorliegen.

Auch das Verantwortungsgefühl der Kinder wird dank Sky gestärkt, denn bei einem kleinen Welpen gibt es einiges zu beachten: Türe schließen, keine Ranzen offen stehen lassen und immer die Leckerlis im Auge behalten, die Skys Frauchen für die Hundeerziehung immer parat hat. Sie sieht das besondere Konzept hinter den tierischen Schulbesuchen sehr positiv: "Die tiergestützte Pädagogik ist uns hier ganz wichtig, weil man festgestellt hat, dass Hund und Mensch noch einmal eine ganz andere Verbindung zueinander haben. Es ist eine ganz andere Vertrauensbasis, und das ist in der Arbeit mit Kindern wichtig."

Labrador Sky als kleiner Geheimnishüter

Besonders zu verhaltensauffäligen Kindern habe der Labrador einen ganz besonderen Draht. So stark, dass da schon mal das ein oder andere Geheimnis in Skys Schlappohr geflüstert wurde. So erfuhren die Lehrer erst von einem Schüler, der wegen der schlechten Busverbindung schon immer eine Stunde vor Schulbeginn auf dem Pausenhof warten muss, weil der Junge Sky davon erzählte.

Bis der erste richtige Arbeitstag für Sky kommt, dauert es aber noch eine Weile. Die Ausbildung zum offiziellen Schulhund dauert nämlich anderthalb Jahre. Bis dahin freuen sich die Kinder aber auch sicher über die kurze Zeit mit ihrem neuen, vierbeinigen Schulkameraden.