Lichtblicke in Corona-Zeiten

Hoffnung in der Krise - wie der Landkreis Cham der Pandemie trotzt

Diese Sauna kann gemietet und transportiert werden.
Diese Sauna kann gemietet und transportiert werden.
© hoassfassl.com

11. März 2021 - 15:30 Uhr

Der Landkreis Cham macht das Beste draus

Die Corona-Pandemie verlangt uns alles ab. Viele Menschen leiden unter dem Regel-Wirrwarr, haben Existenzängste oder vermissen soziale Kontakte. Aber es gibt Lichtblicke in diesen Zeiten. Der Landkreis Cham im Osten Bayerns geht mit positiven Beispielen voran.

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Sauna to go

Mitten im ersten Lockdown, im Mai vergangenen Jahres, kam die Idee. Eigentlich wollten Roland Hiebl und Jürgen Frank mit ihren Frauen in ein Wellnesshotel fahren, doch die Reise fiel wegen Corona ins Wasser. Also bauten sich die begeisterten Sauna-Gänger innerhalb von drei Monaten eine eigene, transportable Fasssauna. Das "Hoass-Fassl".

"Eigentlich wollten wir die Sauna bei uns in den Garten stellen, aber dann haben Bekannte von uns gesagt, es wäre doch toll, wenn man das Fass mieten könnte. Wir möchten einfach auch anderen Leuten die Chance geben, sich wieder auf etwas zu freuen und für alle ist es im Lockdown etwas ganz Besonderes, sich mal entspannen zu können", sagt Roland Hiebl im RTL-Interview. Seitdem ist die Fasssauna fast täglich ausgebucht und kann auf einem Anhänger überall hin transportiert werden.

Not macht bekanntlich erfinderisch. Dabei muss es nicht immer eine gänzlich neue Idee sein. In der Pandemie hilft schon da sein für andere. Sich kümmern. Sportvereine im Landkreis Cham bieten kostenfreie Fahrten zum Impftermin an, Senioren werden bei der Online-Anmeldung unterstützt. Die Digitalisierung in den Schulen hat durch die Pandemie einen ordentlichen Schub bekommen. Nach dem Motto: Nun muss es eben gehen. Corona hat eine Entwicklung beschleunigt, die sonst erst in fünf, sechs Jahren eingetreten wäre.

Mehr Hilfsbereitschaft und weniger Unfälle in Pandemie-Zeiten

Homeoffice, früher oft verpönt und in vielen Betrieben als nicht alltagstauglich abgetan, funktioniert viel besser, als jemals erwartet. Viel mehr ist möglich, wenn man nur will. Auch das zeigt uns diese Pandemie. Und das macht Hoffnung. Wenn Menschen in Not enger zusammenrücken, Hilfsbereitschaft zeigen.

Ein weiterer, positiver Aspekt in Corona-Zeiten: Wenn weniger Menschen unterwegs sind, gibt es auch weniger Unfälle auf den Straßen. Im gesamten Landkreis Cham gab es im letzten Jahr 3.528 Unfälle, das sind 14,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Und dann gibt es da noch die echten Gewinner der Pandemie: Fahrrad-Händler, die gar nicht mehr mit den Bestellungen hinterherkommen, da sich nun alle im Frühling auf den Drahtesel schwingen wollen. Oder Brettspielehersteller, die so manchen grauen Lockdown-Abend mit ihren Produkten von "Monopoly" über "Mensch ärgere dich nicht" versüßen konnten.

Fest steht, wir lassen uns nicht unterkriegen. Weder die Chamer, die durch ihre Nähe nach Tschechien mit die höchsten Infektionszahlen in ganz Deutschland verzeichnen, noch alle anderen während dieser Pandemie. Es gibt immer Lösungen, Ideen und einen Weg. Man muss ihn nur finden.

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