Hoffnung im Syrienkonflikt: USA und Russland einigen sich auf Waffenruhe

Die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow haben sich grundsätzlich auf eine Waffenruhe für Syrien verständigt.
Die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow haben sich grundsätzlich auf eine Waffenruhe für Syrien verständigt.
© imago/ITAR-TASS, imago stock&people

27. August 2016 - 12:16 Uhr

Über Details der Feuerpause wird noch gestritten

Können die Menschen im kriegsgeplagten Syrien endlich auf eine Feuerpause hoffen? Russland und die USA haben sich nach stundenlangen Verhandlungen in Genf grundsätzlich auf eine Waffenruhe für Syrien geeinigt. Jetzt müssen allerdings noch die Einzelheiten geklärt werden, teilten die Außenminister der beiden Länder, Sergej Lawrow und John Kerry, mit. Diese müssen nun Experten in den kommenden Tagen aushandeln.

In diplomatischen Kreisen zeigten sich viele enttäuscht über die Einigung, trotz der langen Gespräche sei "lediglich ein kleiner gemeinsamer Nenner bestätigt worden". Hilfsorganisationen appellieren seit Wochen für ein Verbot von Luftangriffen im nordsyrischen Aleppo. Auf dieses Verbot konnten sich Lawrow und Kerry nicht einigen.

„Wir wollen keine Vereinbarung, die nicht durchsetzbar wäre“

Lawrow sagte dazu: "Wir reden nicht davon, dass jemand nicht mehr fliegt. Wir reden darüber, dass die Luftwaffe, die am syrischen Himmel aktiv ist, effektiv (die islamistischen Terrororganisationen) IS und Al-Nusra bekämpft." Kerry sprach davon, eine zuverlässige Waffenruhe erreichen zu wollen. "Wir wollen keine Vereinbarung, die nicht durchsetzbar wäre", so der US-Außenminister. Die meisten technischen Fragen über Schritte zu einer Waffenruhe und zur Verbesserung der humanitären Notlage in Syrien seien aber in den Gesprächen geklärt worden.

Lawrow ergänzte, Russland habe erstmals von den USA eine Liste derjenigen syrischen Gruppen erhalten, die sich über die internationale Koalition einer Waffenruhe anschließen wollten. "Ohne eine Abgrenzung zwischen normalen, gesunden Oppositionskräften und Terroristen sehe ich keine Möglichkeit, eine wirklich dauerhafte und vollgültige Einstellung der Kampfhandlungen zu erreichen", sagte er.

Der blutige Bürgerkrieg in Syrien tobt seit 2011 und noch immer ist keine Lösung des Konfliktes in Sicht. Das Regime von Staatspräsident Baschar al-Assad, diverse Rebellengruppen und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen sich gegenseitig. Laut Angaben der UN sind bisher 400.000 Menschen gestorben, Millionen auf der Flucht und etwa 600.000 leben unter prekären Bedingungen in belagerten Städten.