Hoffnung auf Urlaub gebremst

Spanien lässt Touristen erst ab Juli ins Land

Corona in Spanien Benidorm, Alicante Spanien, 4.5.2020, Coronakrise: Hinweise zur Hygiene und zur Sicherheit auf einem
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24. Mai 2020 - 9:46 Uhr

Spanische Regierung bleibt hart

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. "Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation. "Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen", erklärte der sozialistische Politiker.

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Tausende demonstrieren in Madrid und Barcelona

Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte.

Zuletzt war der Druck von Unternehmern und der konservativen Opposition größer geworden. Sie werfen Sánchez vor, die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den Ruin zu treiben. Tausende folgten am Samstag zudem dem Aufruf der rechtspopulistischen Partei Vox, gegen die strengen Regelungen zu protestieren. Bei Kundgebungen in Madrid, Barcelona und anderen Städten forderten sie auch Sánchez' Rücktritt.

Sánchez: Kein Konflikt zwischen Gesundheit und Geschäft

HANDOUT - 20.05.2020, Spanien, Madrid: Auf diesem von der sozialistischen Partei PSOE zur Verfügung gestellten Bild spricht Pedro Sanchez, Ministerpräsident von Spanien, spricht im Parlament. Trotz heftigen Widerstands der Opposition und zunehmender
Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte.
© dpa, Verónica Povedano, flm

Sánchez wies die Vorwürfe am Samstag mit den Worten zurück, es gebe "keinen Konflikt zwischen Gesundheit und Geschäft". "Der spanische Tourismus wird von nun an zwei Gütesiegel haben: Ökologische Nachhaltigkeit und sanitäre Sicherheit", sagte er. Zuvor hatten bereits Angehörige der Regierung die Hoffnungen auf eine baldige Grenzöffnung gedämpft. Verkehrsminister José Luis Ábalos erklärte: "Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen."

Notstand bis zum 6. Juni verlängert

23.05.2020, Spanien, Madrid: Anhänger der rechtspopulistischen Partei Vox schwenken bei einer Demonstration die Nationalflagge von Spanien. Tausende haben bei Kundgebungen in ganz Spanien gegen die Anti-Corona-Maßnahmen den Rücktritt des sozialistisc
Tausende hatten am Samstag wie hier in Madrid gegen die Maßnahmen protestiert.
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Spanien hat zwar mit einer schrittweisen vorsichtigen Lockerung des Lockdowns begonnen. Das Parlament hat aber jüngst auf Antrag der Regierung den seit Mitte März geltenden Notstand bis zum 6. Juni verlängert. Eine weitere Verlängerung um mindestens zwei Wochen werde erwogen, sagte Sánchez. Der Vier-Phasen-Deeskalations-Plan der Regierung soll erst Ende Juni zu gehen. Erst dann werden die Spanier den Plänen zufolge auch ihre Provinz verlassen dürfen.

Mit mehr als 230.000 Infektionsfällen und über 28.000 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Sánchez betonte mehrfach, die harten Maßnahmen seien dafür verantwortlich, dass die Zahlen seit Wochen immer besser würden.

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