„Man lernt, damit zu leben“

Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder spricht über den Tod seiner Tochter

© dpa, Tobias Hase, tha fgj

17. Oktober 2019 - 13:09 Uhr

Fußball-Probleme werden zweitrangig

Für viele Trainer ist eine Entlassung der absolute Horror. Nervenzehrend sind schon die ewigen Diskussionen im Vorfeld. Alfred Schreuder versucht, in solchen Phasen gelassen zu bleiben. Der 46-jährige Niederländer hat eine schlimme Phase in seinem Leben durchmachen müssen, die ihm heute hilft, wie er verriet.

Stärke durch Schicksalsschlag

Schreuders Tochter starb 2006, als sie sechs Jahre alt war, an den Folgen eines Hirntumors. "Wenn man dann über sich die Frage liest, ob man als Trainer wackelt, dann kann man darüber lächeln", sagte er dem "Kicker". "Wenn du eine Tochter verloren hast - was gibt es Schwierigeres?"

Schreuder weiter: "Auch danach hast du Angst um deine Kinder, dass wieder so etwas passieren kann. Es ist 13 Jahre her, es geht nicht weg, aber man lernt damit zu leben." Der Trainer hat drei weitere Kinder.

Seine Einstellung hat vielleicht auch dazu beigetragen, dass Hoffenheim einen Sensationssieg gegen Rekordmeister Bayern München erringen konnte. Dabei lief es vorher gar nicht bei den Kraichgauern. Schreuder aber sieht das entspannt und sachlich, denn man müsse dem Weg der TSG "Zeit geben. Ich nehme es, wie es ist und arbeite ruhig weiter."