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'Hofapotheke zum Mohren' rüstet sich gegen Namensänderung - Resonanz überwältigend

05. Februar 2018 - 22:02 Uhr

Rassismus-Debatte um 'Mohren'-Apotheken

Die Besitzerin der 'Hofapotheke zum Mohren' kann nur den Kopf schütteln. Seit 17 Jahren betreibt Kerstin Podszus ihre Apotheke im hessischen Friedberg, die dort seit 1621 existiert. Nie gab es Probleme wegen des Namens. Und jetzt das: Zwei 'Mohren'-Apotheken in Frankfurt sollen ihren Namen ändern, weil der vermeintlich rassistisch ist. (https://rtlnext.rtl.de/cms/debatte-wegen-vermeintlichem-rassismus-mohren-apotheken-in-frankfurt-sollen-sich-umbenennen-4141341.html) Das fordert die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der Stadt. Jetzt fürchten Apotheker in der Nähe, dass auch sie bald den Namen aus ihrem Logo entfernen oder sogar ihre Apotheke umbenennen sollen. Podszus wappnet sich mit einer Unterschriftenaktion - die Resonanz ist überwältigend.

Besitzerin startet Unterschriftensammlung

"Wir haben hier täglich Kunden jeder Hautfarbe und verschiedenster Herkunft", so die 47-Jährige. Die Rassismus-Debatte kann sie überhaupt nicht verstehen. "Ich habe eine unglaubliche Rückmeldung von Kunden, seit dieses Thema so aktuell geworden ist. Ich werde mit Mails und Anrufen bombardiert." Die Resonanz: Durchweg positiv. Mittlerweile kommen Menschen in ihre Apotheke, nur um an ihrer Unterschriftenaktion teilzunehmen.

"Bei uns ist es noch nicht so Thema wie in Frankfurt. Aber man weiß ja nie, wo die Reise hingeht", sagt Podszus. Und fährt fort: "Deshalb habe ich gesagt: Wir gucken, was es für Unterstützung von unseren Kunden gibt und diese Liste gemacht - und das läuft super."

Mohr als Sympathieträger

Den Mohr sieht sie als eine Art Maskottchen oder Sympathieträger. "Wenn man ihn sich anschaut mit dem Stab und dem kleinen Fläschchen - das hat wirklich nichts Rassistisches im Sinne."

Eine Namensänderung wäre für Podszus ein immenser bürokratischer und finanzieller Aufwand. "Da hängt alles dran. Der Mohr taucht überall auf. Ich wüsste nicht, ob ich das stemmen kann und es könnte sein, dass die Apotheke dann nicht weiter existieren könnte."

Debatte um Berliner 'Mohrenstraße' lässt grüßen

Die Forderung der Ausländervertretung erinnert an einen ganz ähnlichen Fall in Berlin. Hier gibt es schon lange eine Debatte um die 'Mohrenstraße' im Stadtteil Mitte und den anliegenden U-Bahnhof mit demselben Namen. Verschiedene Organisationen wie die 'Internationalen Liga für Menschenrechte' und die 'Initiative Schwarzer Menschen' sind der Meinung, der Name der Straße sei rassistisch und erinnere an die Zeit des Kolonialismus. Gegner der Umbenennung möchten den schon 1706 gebräuchlichen Namen bewahren. Er sei nicht rassistisch, sondern gehe auf das Wort 'Maure' zurück, welches damals nicht abwertend gebraucht worden sei.

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