Höheres Infektionsrisiko

Lungenarzt-Chef warnt: Corona-Gefahr für Raucher größer

Frau raucht
© iStockphoto, Marco Falkowski

12. März 2020 - 10:31 Uhr

Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs für Raucher deutlich höher

Rauchen ist grundsätzlich ungesund. Doch wie gefährlich wird es für Raucher durch das neuartige Coronavirus? "Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ist deutlich höher", sagt Professor Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie.

Raucher tragen höheres Infektionsrisiko

Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Viren und Co. haben so leichteres Spiel. "Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Virusinfektionen zu erleiden", sagt der Experte.

Für eine abschließende Beurteilung gäbe es aber noch zu wenig Daten: So sei zum Beispiel noch nicht ganz klar, ob durch das Rauchen die Infektionsgefahr steigt. Es spreche aber vieles dafür.

Mehr Informationen gibt es dagegen zum Verlauf der Krankheit. "Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten", so Pfeifer, der die Pneumologie am Universitätsklinikum Regensburg leitet. "Die geben zumindest einen Hinweis darauf, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer echten Lungenentzündung deutlich höher ist."

Mit dem Rauchen aufhören und Krankheitsrisiko reduzieren

Doch lohnt es sich jetzt noch, deswegen mit dem Rauchen aufzuhören? Erstens lohnt sich das natürlich immer - Corona hin, Corona her. Aber tatsächlich, so Pfeifer, könne ein solcher Schritt jetzt noch Wirkung haben: "Es ist durchaus möglich, das Krankheitsrisiko und den Krankheitsverlauf auch jetzt noch zu beeinflussen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Es macht immer einen Unterschied, ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist."

Quelle: DPA / RTL.de