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Höhere Arbeitslosigkeit durch Mindestlohn?

Höhere Arbeitslosigkeit durch Mindestlohn?

Vor dem Kanzleramt in Berlin fordern Fürsprecher des Mindestlohns eine Verankerung jenes im Gesetzt.
Wird der Mindestlohn zum Jobkiller?
dpa, Stephanie Pilick

Gefährdung der Arbeitsplätze vor allem in Ost-Deutschland?

Der ab Jahresanfang 2015 geltende gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro wird nach Einschätzung von Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer in einigen Regionen und Branchen zu höherer Arbeitslosigkeit führen. "Ich

hoffe, dass wir nicht allzu viele Einschläge haben, aber ich befürchte, wir werden in ganzen Bereichen steigende Arbeitslosigkeit haben", sagte Kramer im Deutschlandfunk.

Wie viele Jobs verloren gehen könnten, sei jedoch Spekulation. Wenn man zehn Volkswirte frage, bekomme man zwölf Antworten: "So ist das mit den Prognosen." Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet vom Mindestlohn keine großen negativen Auswirkungen.

"Der Mindestlohn ist eingepreist und in unseren Prognosen schon berücksichtigt", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der 'Passauer Neuen Presse' . "Er wird nicht der große Jobkiller sein." Nach Einschätzung der BA-Experten könne der Mindestlohn auch dazu führen, dass einige Stellen schneller besetzt werden könnten, weil sie durch eine bessere Entlohnung attraktiver würden.

Eine Gefährdung von Arbeitsplätzen durch den Mindestlohn wollte aber auch Weise vor allem für Ostdeutschland nicht ausschließen. Einige Unternehmen in bestimmten Regionen und Branchen würden es schwer haben, höhere Preise durchzusetzen und so die Mehrkosten durch den Mindestlohn wieder hereinzuholen.