Höfken fordert europäischen Markt für recycelte Kunststoffe

Ulrike Höfken (Grüne), Umweltministerin von Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
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04. Juni 2020 - 12:01 Uhr

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) hat einheitliche Kriterien in Europa für recycelte Stoffe sowie mehr Anreize für Mehrwegprodukte gefordert. "Wir brauchen einen europäischen Markt für recycelte Kunststoffe", sagte sie nach einer Mitteilung des Umweltministeriums in Mainz am Donnerstag. Höfken tauschte sich in einer Videokonferenz unter anderem mit EU-Umweltkommissar Virginius Sinkevičius sowie Vertretern eines europäischen Umweltdachverbandes sowie des Verbands der Kunststoffhersteller in Europa aus.

Der Recyclingmarkt könne durch vorgegebene Mindestanteile an recycelten Stoffen für bestimmte Produkte gestärkt werden, sagte Höfken. Auch müsse geschaut werden, wo solche sogenannten Rezyklate zusätzlich zum Einsatz kommen könnten. Die EU-Kommission hatte im März einen "Aktionsplan" für die Kreislaufwirtschaft angenommen. Er ist Teil des Ende 2019 vorgestellten "Green Deals" für ein klimaneutrales Europa. In dem Aktionsplan wurden unter anderem Rechtsvorschriften angekündigt, damit in der EU in Verkehr gebrachte Produkte für eine längere Lebensdauer konzipiert, leichter repariert und recycelt werden können, die Verwendung von Einwegprodukten soll eingeschränkt werden.

EU-Kommissar Sinkevičius betonte einer Mitteilung des Mainzer Ministeriums zufolge, bereits beim Produktdesign müsse auf Nachhaltigkeit gesetzt werden. "Die zunehmende Wiederverwertung von Materialien ist weit weniger kohlenstoff- und ressourcenintensiv als die Herstellung aus Primärrohstoffen."

Quelle: DPA