Höchstwert an Corona-Neuinfektionen: Weiteres Risikogebiet

Medizinischer Mundschutz liegt auf einem Tisch. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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30. Oktober 2020 - 19:12 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) 173 weitere Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der seit März registrierten Infektionen am Freitag auf mindestens 2791. Dies ist der bislang höchste an einem Tag gemeldete Wert. Am Donnerstag waren es noch 132 neue Fälle, am Mittwoch wurde der bisherige Höchstwert von 160 Fällen an einem Tag gemeldet.

Mit Vorpommern-Rügen hat laut Landesamt ein weiterer Landkreis die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersprungen. Das Lagus gab einen Wert von 52,5 an. Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim hatten die Marke von 50 bereits in dieser Woche überschritten. Der landesweite sogenannte Inzidenzwert liegt laut Lagus bei 43,4.

Die hohe Zunahme des Inzidenzwertes in Vorpommern-Rügen ist überwiegend auf einen fleischverarbeitenden Betrieb bei Grimmen zurückzuführen, wo 57 Mitarbeiter positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden. Im gesamten Landkreis wurden demnach 64 Corona-Neuinfektionen am Freitag gezählt.

Der Landkreis kündigte daraufhin verschärfte Corona-Maßnahmen an. Demnach sind in Gaststätten nur noch Treffen mit maximal zehn Menschen erlaubt, in privaten Wohnungen gilt ebenfalls die Obergrenze zehn, jedoch aus höchstens zwei Haushalten. Zudem wird die Maskenpflicht etwa auf belebte Plätze ausgeweitet. Gaststätten müssen bereits um 23.00 Uhr schließen. Dann dürfen auch Tankstellen keinen Alkohol mehr verkaufen. Weihnachtsmärkte dürfen ebenfalls nicht stattfinden.

Nach den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch sind Teile der Regelungen von Montag an jedoch hinfällig. Dann müssen etwa Gaststätten ohnehin schließen, sofern sie nicht Essen außer Haus verkaufen oder ausliefern.

Wegen mehrerer Corona-Fälle ist für mehr als 200 Kinder im Landkreis Rostock Quarantäne angeordnet worden. Kindergarten, Hort und Schule in Mühl Rosin bei Güstrow sind wegen einer Covid-19-Erkrankung eines Kindes geschlossen worden, teilte der Landkreis am Freitag mit. 65 Kita-Kinder und 21 Erzieherinnen und Erzieher wurden demnach bis zum 9. November unter Quarantäne gestellt. Wegen der gemeinsamen Nutzung der Räumlichkeiten müssen dort auch 73 Schüler bis zum 6. November in Quarantäne, für vier Lehrkräfte sei eine Kontaktreduzierung angeordnet worden.

In einer Kita in Bargeshagen wurde den Angaben zufolge ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet, was die Quarantäne von 76 Kindern und neun Erziehern bis zum 10. November nach sich zieht.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim berichtete davon, dass die 26 Neuinfektionen am Freitag unter anderem auf zwei Schulen und eine Kita zurückzuführen seien. Insgesamt etwa 150 Infizierte sowie etwa 950 Kontaktpersonen seien derzeit in häuslicher Quarantäne.

In der Landeshauptstadt Schwerin wurden am Freitag 18 Kinder und sechs Erzieher nach der Coronainfektion einer Erzieherin in Quarantäne geschickt. An einer Gesamtschule wurde laut Stadt ein zweiter positiver Fall ermittelt. Es handele sich um eine Schülerin, damit seien nun 121 Kinder und zehn Lehrer der Schule in Quarantäne.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurde ein Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes in Stavenhagen positiv getestet, die Kontaktnachverfolgung dauere an, teilte der Landkreis mit.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg seien mehr als 900 Menschen in Quarantäne, etwa 770 seien Kontaktpersonen. In Schönberg wurde laut Landkreis eine 6. Klasse in Quarantäne geschickt. Die in den vergangenen Tagen durchgeführten Tests an einem Gymnasium in Wismar, einer Kita in Dassow und einer Kita in Herrnberg seien hingegen allesamt negativ gewesen.

Quelle: DPA